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Stellenanzeige, Netzwerk, Floskelfalle – Was letzte Woche geschah

15. Juli 2015 -
Stellenanzeige, Netzwerk, Floskelfalle – Was letzte Woche geschah

Mats hatte in den vergangenen Wochen viel zu tun – nicht nur zuletzt wegen dem Start von Karista.de. Da blieb nicht viel Zeit zum Schreiben. Gelesen wurde dafür umso mehr. Und da viele Artikel und Beiträge aus der HR-Welt eigentlich immer mal etwas mehr Worte der Erwähnung verdient haben, als es ein einzelner Tweet zulässt, bündeln wir jetzt regelmäßig kurz aber knackig, was es in der vergangenen Woche bei uns zu lesen und zu diskutieren gab.


Ralf Junge: Wir wir unsere Arroganz in der Personalerwelt überwinden und anfangen, fortschrittlich zu werden und umzudenken!
Ständig fordern wir Innovationen in der Personalarbeit. Ob Mobile Recruiting oder Social Media – all diese Themen werden seit einigen Jahren an diversen Stellen durchgekaut als die Hürden, die erklommen werden müssen, damit die Generation Y rekrutiert oder der Fachkräftemangel besser bewältigt werden können. Schaut man sich diverse Nutzungsstudien zum Internet jedoch an, stellt man schnell fest, dass die Sache nicht so ganz aufgeht.  Ralf Junge empfiehlt: Weniger nach eigenen Kriterien und eigenem Geschmack vorgehen, sondern über den Tellerrand schauen, sprich: Stärker vernetzen, mit Kollegen und potentiellen Mitarbeitern und so herausfinden, was sie bei der Jobsuche wirklich anspricht.


Henner Knabenreich: Social Media Personalmarketing-Studie 2014: Vom Königsweg zum Holzweg? 
Passend zum Thema Netzwerken: Henner Knabenreich hat die Social Media Personalmarketing-Studie vom embrander und der Hochschule RheinMain vorgestellt und im Detail auseinandergenommen. Und deren Ergebnisse decken sich mit der Kritik von Ralf Junge: Die hier untersuchten Unternehmen sind im Durchschnitt aktiver in den Social Media als die potentiellen Kandidaten selbst. Und das, wo sich bei den inzwischen „klassischen“ Personalmarketingmitteln – der Stellenanzeige und der Karriere-Website –  noch diverse Defizite erkennen lassen. Eine treffende Ableitung aus der Studie trifft Ralf Tometschek übrigens in den Kommentaren: Employer Branding wird, geht man von den Zahlen der Studie aus, noch zu sehr im Kampagnen-Denken gelebt anstatt als Prinzip, der Arbeitskultur im Unternehmen FÜR die Mitarbeiter und die zukünftigen Mitarbeiter ein Gesicht zu geben und sie sichtbar und attraktiv zu machen. Knabenreichs Empfehlung: Bitte nichts mit Social Media überstürzen, sondern durchdacht an die Sache herangehen und vor allem die klassischen Kanäle erstmal ausbauen, bevor man soweit geht und die Stellenanzeige komplett gegen Facebook, Twitter und XING eintauscht.


Tim Sackett: Zappos is killing job posts, but you can’t – because you aren’t Zappos 
So ähnlich hat es jetzt nämlich das US-Schuhverkaufshaus Zappos gemacht und groß angekündigt, keine Stellenanzeigen mehr für vakante Stellen zu schalten, sondern ausschließlich auf proaktives Recruiting via dem firmeneigenen Netzwerk Zappos Insiders zu setzen. Das klingt im ersten Moment vielleicht innovativ, doch hat Tim Sacket, ein Kollege aus der amerikanischen HR-Szene, sehr gut zusammengefasst, warum es eben keine so große Neuerung ist, wenn er fragt „isn’t Zappos very big public announcement of ‚killing job postings‘ just one, very big job post“, und listet auf, warum Zappos, als in Las Vegas durchaus bekannter Arbeitgeber im Bereich Kundenbetreuung und Sales, vielleicht keine Stellenanzeigen an sich fürs Recruiting mehr notwendig habe, alle anderen jedoch schon.


Shannon Smedstad: OMG! Another sucky job posting
Da liegt es natürlich nahe sich nochmals vor Augen zu führen, was in eine gute Stellenanzeige hineingehört. Interessant ist diese Zusammenfassung von Shannon Smedstad jetzt allerdings weniger wegen der Ansammlung der wichtigen Punkte einer Stellenanzeige; schließlich sind solche „Guidelines“ alle paar Wochen wieder mal in den entsprechenden Fachkreisen zu lesen. Interessant ist, dass auch dieser Blogpost ein Verständnis von moderner  HR-Arbeit mit einem Blick über den Tellerrand vermittelt, wie ihn Ralf Junge schon in seiner Glosse vermisst:


If your recruiters are terrible writers, consider reaching out to your Communications or Public Relations team for help. Put yourself in the shoes of your ideal candidate. Now, what is it that you’d want to know about the opportunity that would make you apply? That’s where to start.


Martin Gaedt: Können Recruiter rechnen? Die Jahrhundertflut mit Floskelfalle
Dass Taten sprechen müssen, zeigt Martin Gaedt schon seit einer Weile. Er bezeichnet die Beliebigkeit, mit der etliche Stellenanzeigen geschrieben sind, als Floskelfalle. Wie sich die Wette, ob Stellenbörsen in ihrer heutigen Form noch in 5-10 Jahren Bestand haben, auflöst, bleibt abzuwarten.


Bildquelle: BernardaSv/Thinkstock