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Ausbildung vs. Studium, Sympathie der Bewerber und die Muppets als glückliche Mitarbeiter – was letzte Woche geschah

15. Juli 2015 -
Ausbildung vs. Studium, Sympathie der Bewerber und die Muppets als glückliche Mitarbeiter – was letzte Woche geschah

Wie sind Sie ins Berufsleben eingestiegen? Durch ein Studium, eine Ausbildung, evtl. beides, oder später durch einen Quereinstieg? Die Möglichkeiten sind vielfältig. Alle haben Sie ihreVor- und Nachteile Vorzüge, je nachdem, welcher Typ Mensch man ist. Und doch sind viele Berufseinsteiger – ob Schüler oder Studenten spielt keine Rolle – unzufrieden mit ihrer Entscheidung. Da haben gängige Vorstellungen und vorherrschende Klischees, welche die Berufsorientierung beeinflussen, keinen unerheblichen Anteil dran. Dazu gab es letzte Woche viel zu lesen.


Ausbildung vs. Studium – Wo ist die gegenseitige Achtung geblieben?

„Die Lehre hat nach wie vor ein Imageproblem“, stellte Bernhard Hainzlmaier in seinem Beitrag bei HR Web die Woche fest. Praktische Arbeit wie im Handwerk führe nicht zu gesellschaftlichem Aufstieg, da ihr ein geringerer Wert in der als „Wissensgesellschaft“ schon geradezu verklärten Moderne beigemessen wird als den Theoretikern, Analysten und „Kopfarbeitern“ mit zumeist akademischen Hintergrund. Gleichzeitig wird die Praxistauglichkeit im akademischen Umfeld vermisst und gefordert. Klingt widersprüchlich? Sogar perfide. Und dennoch: Was bleibt ist ein Blick der Lehrlinge auf die Studenten im Elfenbeinturm und der Studenten auf die Lehrlinge, die nach der Ausbildung schon den Zenit ihrer Karriere erreicht hätten. Wir gehen an dieser Stelle den Gedanken von Hainzlmaier weiter: Nicht nur die klassische Lehre hat ein Imageproblem. Im Miteinander der Berufseinsteiger und Berufserfahrenen aus unterschiedlichen Bildungswegen kriselt es hinsichtlich des gegenseitigen Verständnisses und Achtens. Vorurteile müssen abgebaut werden. Ein Studium schützt nicht vor eindimensionalem Denken, formulierte Svenja Hofert. „[V]ieles was derzeit in oft teuren Studiengängen vermittelt wird, ist am Arbeitsmarkt viel weniger wert als das Wissen aus einer Lehre.“ Das Bewusstsein dafür zu schaffen scheint aber schwieriger zu sein, als gedacht. Dabei sprechen Studienabbrecher-Quoten von 28 ProzentBände. Wo soll man da mit der Lösung des Problems beginnen? In einem ersten Schritt vielleicht bei der Berufsorientierung in Schule und Elternhaus. Dass diese oftmals zu falschen Erwartungshaltungen noch führt, hat nicht nur unser azubi.report dargelegt, wenn rund 49% ihre Ausbildung abbrachen mangels Interesse und falscher Erwartungen.


Candidate Experience: Mut zur Persönlichkeit, bitte.

Über Candidate Experience kann nicht genug geschrieben werden. Das beweist auch dieCandidate Experience Studie 2014, für die meta HR und stellenanzeigen.de 1.379 Bewerbererlebnisse analysiert haben. Das Ergebnis: Die Macht der Bewerber über das Arbeitgeberimage darf nicht unterschätzt werden. „Denn vier von fünf Bewerbern erzählen Freunden und Bekannten von ihren Bewerbungserlebnissen. Rund ein Viertel teilt sie über soziale Netzwerke oder durch Bewertungen auf Arbeitgeberbewertungsplattformen.“ Die Risiken und Chancen darin zu verkennen kostet schließlich nicht nur Bewerber und Geld, dass für die Imagepflege aufgebracht wird. Sondern kann mitunter auch das Gesamtimage angreifen. Da helfen dann auch keine teuren Employer Branding-Kampagnen.


„So why do I love Dropbox?“

Zum Thema teure Employer Branding-Kampagne gab‘s dann schon am Montag ein tolles Leckerchen für die Woche. Man weiß zwar nicht, wieviel es gekostet haben muss, die Muppets als Mitarbeiter von Dropbox über ihren Arbeitgeber sprechen zu lassen, aber die Wirkung ist auf dem zweiten Blick nicht nur witzig, sondern zeigt, wie man sich 1. Sozialer Medien bedient, um sich als Arbeitgeber zu präsentieren, dabei 2. Die Zielgruppe emotional anspricht (hier mit dem Humor der Überzeichnung, der das Wesen der Muppets auszeichnet) und 3. Werte nicht nur in Phrasen verpackt und rausposaunt, sondern auch durch subtil vermittelt (hier durch die Bildsprache der sehr unterschiedlich aussehenden Figuren). Irgendwo einfach, aber auf jeden Fall sehenswert und ein schönes Beispiel, wie kreativ mit Videos im Employer Branding umgegangen werden kann.