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Der neue Praktikantenreport, die Young-Professional-Studie und „Rache“ am Mindestlohn – Was letzte Woche geschah

15. Juli 2015 -
Der neue Praktikantenreport, die Young-Professional-Studie und „Rache“ am Mindestlohn – Was letzte Woche geschah

Die kurze Woche raste Dank des Tags der deutschen Einheit nur so an uns vorbei. Irgendwie ist es doch unglaublich, was dieser eine Tag uns in einer Woche an Arbeitszeit nimmt und dafür an Erholungszeit bringt, oder? Unsere kurze Woche stand dabei ganz im Zeichen unseres neuen Praktikantenreports. Aber auch andere Geschehnisse haben uns bewegt: Zum Beispiel die „Rache“ am Mindestlohn, die einige bekannte Fastfood-Ketten ausgerufen haben und der Fakt, dass viele Young Professionals schon einmal ein Vorstellungsgespräch abgelehnt haben.


59 Prozent der Young Professionals wollen innerhalb der nächsten 2 Jahre ihren Job wechseln

Die größte Young-Professional-Studie Deutschland, die vom trendence Institutherausgegeben wird, besagt, dass junge, hochqualifizierte Mitarbeiter gerade am Anfang ihrer Karriere nur noch selten länger als 2 Jahre in einem Unternehmen bleiben möchten. Das liegt zum einen an ihrem guten Selbstbewusstsein, zum anderen aber auch an mangelnden Entwicklungsmöglichkeiten in vielen Unternehmen. Traurig. Das passt aber auch zu den weiteren Ergebnissen, die Helge Weinberg in seinem Kommentar zur Studie hervorhebt: 57 Prozent der Befragten bekamen in den letzten 12 Monaten ein Jobangebot von einem anderen Unternehmen. Das ist in dem Moment, in dem ein Arbeitgeber es verschläft, sich um internes Employer Branding und Mitarbeiterbindung zu kümmern, natürlich für den Young Professional eine willkommene Gelegenheit abzudampfen. Geschockt sind wir von dieser Nachricht nicht, schließlich gilt nicht erst seit kurzem, dass eine Karriere vor allem dann besonders schnell und steil nach oben gehen kann, wenn man flexibel ist und sich auch gerne weiterentwickelt. Überrascht waren wir allerdings davon, dass ein Drittel der Young Professionals bereits ein Vorstellungsgespräch abgelehnt hat, weil die Einladung dazu zu spät kam.


Wir fassen zusammen: Mehr als jeder Dritte junge Berufstätige will zugunsten seiner Karriere nicht lange im selben Unternehmen bleiben, da Entwicklungschancen häufig nicht angeboten werden. Konkurrenzunternehmen versuchen sogar mehr als jeden Dritten der Young Professionals abzuwerben. Jedoch verschlafen es immer noch immer etliche Unternehmen ein solides Bewerbermanagement umzusetzen, wodurch wiederum viele Young Professionals aus dem Bewerbungsprozess von sich aus aussteigen, bleiben, wo sie sind und unzufrieden ihrer Arbeit nachgehen; am Ende vielleicht sogar schon in ihren frühen Jahren ihrer Berufstätigkeit die erste innerliche Kündigung abschicken. Geht’s noch verkehrter?!


„Rache“ für den Mindestlohn

Eine beinahe unglaubliche Reaktion haben einige Fastfood-Ketten, die im Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) zusammengefasst sind, gezeigt. Statt den gesetzlichen Mindestlohn einfach in das Unternehmen zu integrieren und seinen Mitarbeitern einen angemessenen Lohn zu bezahlen, hat die BdS zum Rachefeldzug aufgerufen. Wie sie die „Rache“ ausüben möchten ist absurd: Die Mitarbeiter bekommen ab sofort kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld mehr. Wir fragen uns: Was kann der Mitarbeiter dafür? Bei solcherlei Überlegungen und Tarifänderungen sollte man wirklich abwägen, was schwerer wiegt: Das Geld, das durch die Sparmaßnahmen vielleicht eingespart werden kann oder die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Wie wir mittlerweile ja eigentlich alle wissen, sind die zufriedenen Mitarbeiter die besseren Mitarbeiter – Sparmaßnahmen auf Kosten seiner (eh schon unterbezahlten) Arbeitskräfte halten wir auf jeden Fall für die falsche Strategie.


Unser Praktikantenreport 2014

Wir bringen nicht nur Praktikanten und spannende Praktika zusammen, sondern arbeiten auch daran, die allgemeine Zufriedenheit Deutschlands Praktikanten zu steigern. Um diesen Faktor überhaupt überprüfen zu können, haben wir nun zum zweiten Mal unseren großenPraktikantenreport durchgeführt. Das überraschendste Ergebnis: Mit dem Geld, das die Praktikanten verdienen, steigt nicht unbedingt die Zufriedenheit. Praktikanten wollen vor allem Erfahrungen und Kontakte sammeln und sind weniger darauf fixiert, direkt im Anschluss eine gut bezahlte Festanstellung im Unternehmen zu bekommen. Aber das sind nicht die einzigen überraschenden Erkenntnisse des Praktikantenreports 2014 – wir sind stolz auf unseren neusten Report und denken, über das ein oder andere Ergebnis wird noch zu sprechen sein.