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5 Dinge, die wir vom Wahlkampf fürs Personalmarketing lernen können

14. Juli 2015 -
5 Dinge, die wir vom Wahlkampf fürs Personalmarketing lernen können

Im Personalmarketing ist eigentlich jeden Tag Wahlkampf. Es gilt, mit Glaubwürdigkeit und guten Argumenten für das eigene Unternehmen zu werben, damit die Wahl der Bewerber auf die eigene Arbeitgebermarke fällt. Was wir vom Online-Verhalten der Parteien und Kandidaten für unsere Employer Branding Strategie ableiten können (und was lieber nicht), haben wir uns mal angeschaut.


Wenn Social Media, dann authentisch.
Das war nicht schön für den Herausforderer, als sich das Internet darüber lustig machte, dass Peer Steinbrück angeblich während des TV-Duells auch seinen Twitter-Kanal bespielte – und dieses Fettnäpfchen auch noch von Ingo Zamperoni im ARD breitgetreten wurde. Na klar, da war nicht Steinbrück selbst am Tippen, sondern ein fleißiges Social Media Team, das seine aktuellen TV-Statements twitterte.


Das Internet ist unerbittlich und straft alles ab, was nur vorgibt authentisch zu sein. Es hätte schon gereicht, wenn ein Ankündigungs-Tweet im Stile von „Steinbrücks Twitter-Team wartet gespannt auf das #tvduell und wird hier live die wichtigsten Statements zusammenfassen“ vorangegangen wäre.


Auf der FB-Seite von Steinbrück sieht man hingegen, wie es besser geht. Handgeschriebene Nachrichten des Herausforderers erhalten hier viel positives Feedback und werden geteilt. Merkel umgeht das Dilemma diplomatisch, indem ihr Team den FB-Nachrichten ein /redaktion hintenanstellt.


Auch fürs Personalmarketing gilt: Authentisch ist nur, was wirklich echt ist. Wenn Sie ihren Social Media Kanälen eine persönliche Note geben wollen, sollte diese authentisch sein. Ansonsten werden gestellte Bilder und geplante Aktionen eher nach hinten losgehen. Auch auf Stockphotos sollten sie weitestgehend verzichten, sondern lieber eigene Bilder schießen. Sonst geht es ihnen wie der FDP, die für ihr Wahlkampfvideo das gleiche Material wie die NPD und ein dänischer Joghurthersteller benutzte.


Humor bereichert das eigene Image.
Humor hat im Internet noch keiner Marke geschadet. Wer sich selbst nicht zu ernst nimmt, wirkt sympathisch. Leider hat im Wahlkampf keine der großen Parteien sonderlich viel Online-Humor bewiesen – das hat dann die Internet-Community übernommen.
So entstand nicht nur ein Twitter-Account für die Schland-Kette, sondern auch ein eigener Tumblr-Blog für die Merkel-Raute. Wie viel Sympathiewert hätte es Frau Merkel wohl bei den jungen Wählern gebracht, wenn sie eine selbstironische Bemerkung zur Deutschlandkette auf ihrer Facebook-Seite gepostet hätte?


Wer weiß, dass mit Humor im Netz besonders viel zu erreichen ist, sind die Piraten. Da werden Internet-Memes wie Grumpy Cat in den Wahlkampf einbezogen oder eben Wombats „instrumentalisiert“. Die Zahl der Shares zeigt, wie gut sich so etwas viral verbreitet.


Auch Karriere-Seiten sollten keine Angst davor haben, ihrem seriösen Image zu schaden, sondern sich öfter mit der Zielgruppe auf eine Stufe stellen. Sonst bekommt man als junger Bewerber schnell den Eindruck, dass es bei Ihnen auch im Arbeitsalltag nichts zu lachen gibt.


Google+ sollte man nicht ignorieren.
Die Spitzenkandidaten haben alle eine eigene Webpräsenz und die meisten findet man auch auf Platz 1 der Google-Suchergebnisse wieder, wenn nach dem Namen des Kandidaten sucht. Wie t3n.de in einem Artikel treffend analysiert hat, haben allerdings nur die allerwenigsten wählbaren Politiker ein Profil auf Google+. Damit entgehen ihnen aber gleichzeitig auch verbesserte Google-Suchergebnisse mit Bild, Wikipedia-Eintrag und die Möglichkeit, ihre aktuellsten Beiträge zu promoten.


Ein ähnliches Bild zeichnet sich zurzeit noch in der Personalmarketing-Szene ab. Weder prominente Blogger, noch die Karriere-Seiten unterstützen ihre Auffindbarkeit und Prominenz bei Google durch ein Google+ Profil. Es ist anzunehmen, dass das soziale Netzwerk vom Suchgiganten mit der Zeit immer stärker in die Suche integriert werden wird – fangen Sie doch heute schon an, sich einen Suchvorsprung aufzubauen.


Apps werden noch unterschätzt.
Man muss sich nur mal in der Welt umschauen und wird nicht umhinkommen zu merken, wie mächtig die Themen „Mobile“ und „Smartphone“ geworden sind. Bei der Bundestagswahl spiegelt sich das jedoch nur bedingt wieder – genau wie im Personalmarketing.


Nur die beiden größten Parteien SPD und CDU besitzen überhaupt eine eigene App zur Wahl. Die „Merkel-App“ lässt den Nutzer Wahlplakate scannen und dann durch Videos zum Leben erwecken. Die App der SPD ermöglicht es, kurz gesagt, sich die Direktkandidaten, ihre Wahltermine und ihre Positionen genauer anzuschauen.


Beide Apps konzentrieren sich hauptsächlich auf Personen, die bereits von einer Partei überzeugt sind. Denn was sollen Unentschlossene z.B. mit Wahlkampfterminen oder einem Wahlkampf-Schrittzähler anfangen? Neben den beiden Spitzenreitern sieht es mit der Wahl-App für die Hosentasche aber noch mau aus. Dabei könnten sich gerade hier mit einem interessanten Konzept junge Wähler begeistern lassen.


Ein ähnliches Bild sehen wir in der Personalmarketingszene. EinigeVorreiter verfügen über Karriere-Apps, doch die Mehrheit hüllt sich noch in mobiles Schweigen. Nur jedes vierte Unternehmen hat seine Webseite auf mobile Endgeräte optimiert. Dabei geht inzwischen jeder Zweite auch mit dem Smartphone oder dem Tablet auf Stellensuche.


Schlechte Image-Songs gibt es überall.
Zum Schluss noch etwas Unterhaltsames. Nicht nur Unternehmen können schlechte Azubi-Raps und Praktikanten-Songs, die Politik kann da locker mithalten: Der CDU-Wahlkampfsong „An jedem neuen Tag“ sorgte auf Youtube für vernichtende Kommentare. Wie man es viral erfolgreich und richtig macht, zeigt der unparteiische Spot der IG Metall.