Header-Image

„Tolle“ englische Jobtitel und was Google dazu sagt

15. Juli 2015 -
„Tolle“ englische Jobtitel und was Google dazu sagt

2011 hat die Agentur Endmark eine Straßenbefragung zum Thema „Englische Berufsbezeichnungen“ durchgeführt. Darunter fanden sich illustre Jobtitel wie „Front Desk Manager“, „Assistant Store Manager“ und der „Shift Leader“. Wenig überraschend, wusste kaum einer der gezeigten Passanten, was mit den Jobtiteln gemeint ist.


Alte Kamelle, das Video machte damals seine Runde. Alte Kamelle?


Bitte reichen Sie ihre aussagekräftige Stellenanzeige bei nächster Gelegenheit ein

Schaut man sich heutzutage auf Jobportalen um und durchstöbert die Stellenanzeigen diverser Unternehmen, kommt man weiterhin oftmals nicht drum herum zu schmunzeln, wenn man sich vorstellt, man trifft sich mit der Familie und verkündet stolz: „Ich trete nächste Woche meinen neuen Posten als Career Development Coordinator an.“ Die fragenden Blicke würden kaum ausbleiben. Etwaige Beispiele finden sich zuhauf in entsprechenden Ausschreibungen. Oftmals als großer Titel. Wie findet man sowas? Eigentlich nur, indem man nach „nichts“ sucht, Was/Wo-Suchfenster freilässt und sich von den Jobvorschlägen, die zum eigenen Themen- oder Branchengebiet gehören, berieseln lässt. Das Ergebnis: Man klickt sich als Student durch etliche Seiten durch, hat am Ende 40-100< offenen Stellenanzeigen mit vermeintlich toll klingenden Jobtiteln auf dem Bildschirm und ist müde. Eine Tragödie. Für den Personaler heißt das umgekehrt: Post & Pray in Reinform, die mit einer gewissen Zielvorgabe geschaltete Stellenanzeige endet als Los in einer Jobbörsentombola.


Wenngleich in den letzten Tagen Zappos mit seiner Ankündigung, zukünftig auf Stellenausschreibungen zu verzichten, für Gesprächsstoff in der HR-Welt gesorgt hat, wird unsere Realität erst mal noch eine ganze Weile so aussehen,  dass Stellenanzeigen für Bewerber einen ersten Kontakt mit einem Unternehmen darstellen. Dementsprechend sollte man sich als Unternehmen auch die Mühe machen, diesen Kontakt anschaulich aber auch informativ zu gestalten – oder einfacher formuliert und sich dem allgemeinen Sprachgebrauch von Stellenanzeigen bedienend: „aussagekräftig.“ Damit tut man nicht nur den Studenten einen Gefallen, die zwar wissen, dass sie Vieles mit ihrem Studium anfangen können, aber eben nicht was alles genau. Sie verbessern damit gleichzeitig auch ihre Sichtbarkeit, wenn Sie ihren vakanten Positionen in Ausschreibungen Jobtitel geben, die sich leicht von jedem verstehen lassen und damit auch bei der Suche Relevanz haben.


Jobtitel aus SEO-Sicht

Einfaches Beispiel: Sie suchen Maschinenbauer oder Wirtschaftsingenieure, um eine Stelle als Manager im Business Development zu besetzen. In ihrer Stellenausschreibung schreiben sie: Wir suchen Sie als „Manager Business Development“… Gibt man diesen Titel mal bei Google Trends ein und vergleicht ihn mit den Suchanfragen für „Maschinenbau“ und „Wirtschaftsingenieure“, erhält man folgendes Ergebnis:

Blogeintrag-Image
Was fällt auf? Richtig, Nach dem Begriff Maschinenbau wird ungleichmäßig häufiger gesucht als nach Wirtschaftsingenieur oder nach Manager Business Development. Interessant: Bei diesem Vergleich landet der Wirtschaftsingenieur sogar nur auf Platz 3. Was sich damit erklären lässt, dass die die Suchanfragen weltweit in den Vergleich einbezogen wurden. Beschränkt man diesen auf Deutschland, sieht die Sache anders aus:

Blogeintrag-Image

Wenn man sich die Statistiken zum regionalen Interesse am Suchbegriff Manager Business Development genauer ansieht, erfährt man, dass er vor allem in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Afrika, Indien, England und Nordamerika verwendet wird. Dieses Beispiel eines englischen Jobtitels stammt übrigens aus einer Stellenanzeige für die Vakanz eines Unternehmens in Villingen-Schwenningen.


Hier legt einem alleine schon Google Trends nahe, den Jobtitel in der Stellenanzeige nochmal zu überdenken. Wie wäre es zum Beispiel, wenn man aus dem „Wir suchen Sie als Manager Business Development“ ein „Wir suchen Maschinenbauer & Wirtschaftsingenieure“ macht? Wenn Sie nicht gerade potentielle Bewerber im Ausland suchen, liegen die Vorteile  für ein Umdenken auf der Hand: Die Stellenanzeige kann gezielter geschaltet und beworben werden, die relevanten Zielgruppen fühlen sich sofort angesprochen und entsprechend höher dürften die Sichtbarkeit ihrer offenen Position werden. Alles, was Sie dafür tun müssen, ist sich ein bisschen mit den Suchgewohnheiten Ihrer Zielgruppe auseinandersetzen und einem Umdenken in der Formulierung in Ihren Stellenanzeigen freien Lauf lassen. Für den Anfang reicht dafür auch ein einfacher Dienst wie Google Trends aus um ein Gespür dafür zu bekommen, wie man mit Jobtiteln, bzw. mit den Titeln von Stellenanzeigen als essentielle Keywords arbeitet.


Wenn Sie diesen kleinen Schritt wagen, haben Sie schon einen großen Schritt Richtung HR-SEOgetan, um sich keine geeigneten Bewerber mehr entgehen zu lassen. Die Mühe lohnt sich.


Bildquelle: DragonImages/Thinkstock