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Guerilla Recruiting – kleiner Einsatz, große Wirkung

15. Juli 2015 -
Guerilla Recruiting – kleiner Einsatz, große Wirkung

Viele Leute wissen noch gar nicht, dass sie in Ihrer Firma arbeiten wollen. Selbst wenn diese Talente schon an einen anderen Arbeitgeber „vergeben“ sind, ist es dennoch möglich, sie für sich zu gewinnen – wenn Sie bereit sind, auf innovative, witzige und selbstironische Weise um ihre Gunst zu werben. Mit Guerilla Recruiting erreichen Sie Wunschkandidaten in ihrem natürlichem Lebensraum: Ob in der Kneipe, der Uni, dem eigenen Büro oder im Quellcode einer gehackten Seite.


Mithilfe dieser kreativen Personalmarketingstrategie können Sie Ihre Stellenangebote an die Zielgruppe bringen. Indem Sie die Neugierde und den Spieltrieb der Talente anstacheln oder sich einen gewissen Überraschungseffekt zunutze machen, schlagen Sie gleich drei Fliegen mit einer Klappe: Sie sprechen ausschließlich die Bewerber an, die Sie für den Job wollen, der Recruitingprozess kostet meist nicht viel Geld und ist noch dazu so außergewöhnlich, dass er höchstwahrscheinlich eine gewisse Medienaufmerksamkeit generiert – so verstärken Sie nicht nur Ihr Team, sondern auch Ihre Arbeitgebermarke.


Hier fünf tolle Beispiele für erfolgreiche Guerilla Recruiting Kampagnen, die in der Internet-Community viel Beachtung gefunden haben:


Piraten-Recruiting – Fischen in illegalen Gewässern
Die belgische Dependance von Ogilvy machte sich auf der Suche nach einem Webdesigner die illegale Programmpiraterie zunutze. Auf einschlägigen Filesharingwebsites luden sie eine Datei hoch, die sie „Adobe Photoshop“ nannten. Wenn Webdesigner diese installierten, erschien anstelle des Programms eine Stellenanzeige. In der war auch das Versprechen enthalten, dass bei Ogilvy Webdesigner alle nötigen Designprogramme zur Verfügung gestellt bekommen. Aus dieser Aktion erstellte Ogilvy auch einen auf einer Schatzkarte basierenden Clip, der allein bei YouTube mehr als 30.000 Mal angesehen wurde.


Recruiting mit Pizza – Talente mit Genuss anlocken
Auf die Pizzalust kreativer Talente setzte Scholz & Friends: In Zusammenarbeit mit einem Hamburger Lieferservice kreierten die Recruiter die „Pizza Digitale“, die der Bringdienst vier Wochen lang bei jeder Essensbestellung von Konkurrenzagenturen kostenlos mitlieferte – wenn dort Überstunden gemacht wurden. Auf der Pizza war ein QR Code aus Tomatensauce zu sehen. Wurde dieser Code von den digitalen Kreativen gescannt, landeten sie auf einer mobilen Internetseite mit der Aufforderung, sich bei Scholz & Friends zu bewerben. Diese leckere Aktion brachte der Agentur zwölf Bewerbungsgespräche, zwei neue Teams und ebenfalls über 30.000 Klicks bei YouTube.


Hacker-Recruiting – Den Weg zum Ziel machen
Die McDonald’s „Mein Burger“ Internetaktion wurde während ihrer ersten Durchführung so häufig von Hackern angegriffen, dass Razorfish darauf reagierte und sich auf die Suche nach möglichst talentierten Hackern machte, die solche Angriffe in Zukunft verhindern sollten. In der zweiten Runde der Aktion wurde in den Tiefen des Quellcodes ein Hintertürchen versteckt, das nur die besten Hacker finden und öffnen konnten. Dahinter platzierte Razorfish eine Stellenausschreibung und generierte so diverse Bewerbungen.


Die Recruiting-Schnitzeljagd – Den Spieltrieb anstacheln
Um Webentwickler zu finden, verteilten die Angestellten von pixabit interactive ein Zahlenrätsel auf Flyern und kleinen Blechboxen für Pfefferminzbonbons in Kneipen und auf der Straße. Außerdem sprühten sie das Rätsel im Großformat vor Universitäten und an sonstige Orte, an denen sich ihre Zielgruppe aufhielt. Wer die Zahlenkombination decodieren konnte, hatte Level 1 geschafft und kam ins nächste. Die Lösung war nämlich eine URL, die zu einer Bewerbungsmaske führte, welche die Neugierigen dann nur noch ausfüllen mussten, um Level 2 abzuschließen. Level 3 bestand dann aus dem Bewerbungsgespräch und half pixabit interactive genau die Leute zu finden, die gefragt waren.


Trojanisches Recruiting – Einschleusen bei der Konkurrenz
Auf der Suche nach Art Direktoren benutzte Jung von Matt ‚trojanische Pferde‘ in Form von 15 bekannten Fotografen. Diese präsentieren regelmäßig ihre Arbeiten bei großen konkurrierenden Kreativagenturen und ‚versteckten‘ in ihren dort gezeigten Fotos zahlreiche Aufforderungen, sich bei Jung von Matt zu bewerben. Diese Fotos oder ‚trojanischen Stellenanzeigen‘ wurden so automatisch genau den richtigen Anwärtern vorgelegt. Das Resultat: Im Vergleich zum Vorjahr gingen fast doppelt so viele Bewerbungen ein – und der passende YouTube-Clip wurde in seiner deutschen bzw. englischen Version jeweils über 10.000 Mal angeschaut.


Bildquelle: thinkstock; mediaphotos