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Candidate Experience

10. September 2015 -
Candidate Experience Journey Hindernislauf

Einer der in den letzten Jahren unangefochten am meisten global diskutierten HR-Begriffe ist jener der Candidate Experience. Kaum ein Personalverantwortlicher kam in den letzten drei Jahren drumrum Thema aufzugreifen oder zumindest "mal davon gehört" zu haben, und doch sind viele Berater und HRler sich einig, dass das Thema noch zu wenig im Recruitingalltag wirklich beachtet wird. In der Kurzfassung kann aber immerhin schon fast jeder sagen, womit es auf sich hat, wenn vom vermeintlichen Buzzword der CanDex gesprochen wird. Eine kleine Auswahl kurzer Definitionen:



 Im Kern stehen die Erfahrungen und Wahrnehmungen, die ein Bewerber beziehungsweise potenzieller Mitarbeiter im Laufe des Bewerbungsprozesses mit dem Unternehmen macht. (Employer Branding Now)

[D]as individuelle Erleben des Rekrutierungsvorgangs durch die Bewerber. (metaHR)

Erfahrungen und damit einhergehende Stimmungszustände des Bewerbers während des gesamten Bewerbungsprozesses. (Employour Magazin 01/2015)

Eine der ersten Definitionen von Candidate Experience stammt wohl von Gerry Crispin und Mark Mehler aus dem Jahr 2011:

„The attitudes and behaviors of individuals who aspire to work for a firm about the recruiting process, the stakeholders in the process, the work and the company itself as a place to work.” (The Candidate Experience: What they say it is; What it really is; and, What it can be)

Einen Schritt weiter gedacht beschreibt die Candidate Experience aber auch eine schöne Zielvorgabe für unsere Arbeit im Personalmarketing:

Die Erfahrungen, die ein Bewerber an sämtlichen Punkten sammelt, in denen er in Berührung mit Ihnen als Arbeitgeber kommt, sollten, nein, müssen positiv sein. (personalmarketing2null)


Sind die Erfahrungen des Bewerbers, unabhängig davon, ob Sie ihn einstellen oder nicht, nicht positiv oder gar schlecht, kann sich das über kurz oder lang auf ihre Arbeitgebermarke auswirken. Denn die Wahrheit ist: Ein Bewerbungsverfahren läuft nie nur zwischen Ihnen, respektive Ihrem Unternehmen und dem Kandidaten ab.


Jedes Bewerbungsverfahren wird auch von Dritten beobachtet: Den fürsorglichen Eltern, die extra mit ihrem Kind nochmal ordentliche Fotos haben machen lassen. Der Freundin oder dem Freund, mit denen man zur Probe mal ein Telefoninterview geübt hat. Den Unikollegen, die für einen die Bewerbungsunterlagen korrekturgelesen haben. Jede Menge Bekannte, die man vielleicht via Social Media über seine Erlebnisse während der Jobsuche auf dem Laufenden halten möchte. Nicht zu vergessen, dass jeder vierte Absolvent Bewertungsplattformen bei der Jobsuche nutzt. Auf diesen findet man Informationen über den Bewerbungsablauf bei Unternehmen XY direkt aus erster Hand. Und ungeschönt.


Das Ziel, bewusst eine positive Candidate Experience zu erzeugen, verleitet dann passenderweise aber auch zu einer anderen Frage: An welchen Punkten kommt ein Bewerber mit uns als Arbeitgeber in Berührung? Wann müssen wir wo dafür sorgen, dass er sich gut fühlt bei seiner Entscheidung, sich bei uns um eine Stelle zu bewerben?


Einen sehr guten Überblick über die Touchpoints zwischen Bewerber und Arbeitgeber hat Tim Verhoeven vorgelegt. Er teilt die „Candidate Journey“ in sechs Phasen ein: Anziehung, Information, Bewerbung, Auswahl, Onboarding, Bindung. Und wie in folgender Grafik zu sehen ist, muss dabei die Experience des Kandidaten nicht linear verlaufen, um letztlich doch zum gemeinsamen Ziel zu kommen, gemeinsam zu arbeiten: 

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Egal, wie unterschiedlich die einzelnen Punkte dieses Schemas in einem Unternehmen ausgestaltet sind, wichtig ist, jeden dieser einzelnen Punkte als möglichen Exit für ihren Wunschkandidaten wahrzunehmen. Darin unterscheidet sich nämlich kein Bewerbungsverfahren. Und behalten Sie vor allem die erste und letzte Etappe der Reise Ihres Kandidaten im Auge. Wenn Sie ihm gar nicht auffallen, zum Beispiel nicht mal über Google auffindbar sind, entgeht ihnen vielleicht genau der Mitarbeiter, den Sie suchen. Sollten Sie jedoch ihren Wunschkandidaten gewonnen haben, aber überlassen ihn nach der Anstellung sich selbst, kann er schneller wieder weg sein, als Sie glauben. Denn die Reise endet letztlich nie, durchschnittlich alle 4 Jahre wird heutzutage der Job gewechselt.


Bildquelle: kmlmtz66/iStock/Thinkstock