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Von Bedauern und Unterforderung

15. Juli 2015 -
Von Bedauern und Unterforderung

Während wir uns durch den Mix aus Unwetter- und Hitzewarnungen schwitzen, sind wir nach wie vor fleißig dabei, unser Netzwerk auszubauen. So begrüßen wir mit Studydrive einen neuen Kooperationspartner an unserer Seite, mit dem wir zukünftig unsere Arbeit im Hochschulbereich noch weiter verfeinern können. Wie das genau aussehen soll und wie Sie mit uns Ihre Zielgruppe an der Uni noch einfacher erreichen können, erfahren Sie schon in den nächsten Wochen.


Wir vermissen Sie jetzt schon

In eigentlich jedem Arbeitszeugnis stehen sie: Jene Floskeln und Begriffe, die zunächst unscheinbar wirken, auf jenem Abschlussdokument zu einer Anstellung jedoch eine eigene Geheimsprache bilden. Zurecht sind viele davon mit Vorsicht zu genießen. Aber klingt das Bedauern des Ausscheidens eines Mitarbeiters wirklich so abgedroschen, wie Jörg Buckmann neulich anmerkte?


„In der Wort-DNA von Bedauern steckt etwas Entschuldigendes. Das passt denkbar schlecht. Die allermeisten Arbeitsverhältnisse enden im besten Einvernehmen. Weil Mitarbeitende sich anderswo besser entwickeln können, Lust auf ein neues Arbeitsumfeld haben, weil nach Jahren der Zusammenarbeit die Inspiration fehlt. Das ist doch völlig normal und wunderbar, niemand muss sich dafür entschuldigen.“


Es stimmt schon, wir bedauern Fehler, sie tun uns leid. Aber tut uns etwas leid, sprechen wir in erster Linie auch nur von uns. Wir sprechen dann aus unserer Perspektive davon, dass wir eine bestimmte Sache schade finden – wie eben beispielsweise das Ausscheiden des einen Mitarbeiters. Wir bedauern es dann, dass er sich nicht mehr bei uns weiterentwickeln kann. Schade, dass Sie gehen, wir vermissen Sie jetzt schon. Aber wir lassen Sie weiterziehen. Im besten Einvernehmen.


Und wenn es kein Einvernehmen war? Dann bedauern wir vielleicht die Situation, aber sollten dann eine Entschuldigung, wenn sie fällig ist, auch genau als solche formulieren. Das ist nicht nur persönlicher, sondern auch ehrlicher. Und gerade bei Entschuldigungen ist die Wortwahl das Maß aller Dinge.


Warum der Weg das Ziel ist

Die neue Stelle wird sich letztlich auch wieder neu besetzen lassen. Hoffentlich schneller als in 28.8 Tagen, aber wenn es dann soweit ist, sollte man im Hinterkopf behalten, warum die Position für den vorherigen Mitarbeiter nicht mehr die richtige Stelle war. Hatte er das Gefühl, schon alles für ihn Erreichbare bei Ihnen erreicht zu haben? Fühlte er sich unterfordert? In so einem Fall sollte man sich überlegen, den Arbeitsbereich an die jeweilige Person anzupassen. Stichwort: Job Enrichment.


Ansonsten passiert es mit dem neuen Mitarbeiter am Ende noch wie mit dem alten: Die ersten Tage sind aufregend und man freut sich auf die neue Arbeit, aber sobald Routine eingekehrt ist, beginnt auch die Motivation wegzubrechen, wenn sie nicht gelegentlich neuen Antrieb erhält. Stellen Sie sich einfach ihre Mitarbeiter auf einer Laufstrecke vor: Am Anfang starten sie mit frischer Energie ins Rennen und je nach Ehrgeiz wollen sie schnell das Ziel erreichen. Doch was, wenn das Ziel schon erreicht ist, bevor sie überhaupt richtig losgelegt haben? Jahrelang dieselbe Strecke immer wieder zu laufen, kann auf Dauer sehr langweilig sein. Bauen Sie also die Strecke ruhig hin und wieder etwas aus oder sorgen Sie für Erfrischungen am Wegesrand. Das kostet vielleicht etwas Energie und Umsetzungswillen, aber lohnt sich am Ende mehr, als wenn ihre Mitarbeiter sich nach anderen Laufbahnen umsehen.