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Wenn aus Candidate Experience und Recruiter Experience die User Experience wird

15. Juli 2015 -
Wenn aus Candidate Experience und Recruiter Experience die User Experience wird

Letzte Woche stand wohl ganz im Zeichen von Google. Seit dem 21. April bewertet Google mobil optimierte Internetseiten besser als nicht optimierte Seiten. Ein sinnvolles Update, schließlich ging 2014 schon allein jeder 2. Deutsche mobil ins Netz – bei den 20- bis 29-Jährigen sogar täglich. Und auch, wenn es um mobile Jobsuche geht, darf man das Thema spätestens jetzt nicht mehr außer Acht lassen. Generell scheint das Thema User Experience nach wie vor gerne mal unterzugehen – nicht nur für Bewerber.


Von Mobil-Pocalypse und Mobilegeddon: Welches Ausmaß das Thema Mobiloptimierung hat

Die Wollmilchsau hat sich passend zum Google-Update angesehen, wie österreichische undschweizer Unternehmen sich, bzw. ihre Karriereseiten auf die Änderungen vorbereitet haben. Das Ergebnis: Es sieht nicht gut aus. Während von den Karriereseiten der Unternehmen aus dem Wiener Börsenindex „immerhin“ knapp 45 Prozent den Zugriff via Smartphone ausgelegt sind, können das von den Unternehmen des SIX Swiss Exchange nur 34 Prozent vorweisen. Dabei ist jedoch mobil optimiert nicht gleich mobil optimiert: In beiden Fällen sind es nicht mal 10 Prozent der Seiten, welche es auch mobil ermöglichen eine Bewerbung in Form eines vorbereiteten Portfolios oder einer Verlink zum eigenen Businesskontakt im Netz aka Xing oder LinkedIn abzuschicken.


Hier wird noch eine ganze Menge Arbeit zu verrichten sein, denn einem Bewerber ist es egal, ob er sich mobil oder am Desktop Jobs durchsieht, in beiden Fällen möchte er eine positive Candidate Experience erfahren. Wir sind jedenfalls mitten drin und zeigen mit Ausbildung.de Mobile und trainee.de unseren Zugang zum Thema.


Bewerbermanagementsysteme: Takeshi’s Castle im Recruitingland

Wenn man zurückdenkt oder sich Kollege Knabenreichs Artikel zum ICR E-Recruiting Software Report 2015, fällt aber natürlich auf: Hey, am PC läuft das mit der Candidate Experience ja sowieso auch noch nicht viel besser. Was aber nicht nur an wenig durchdachter Zielgruppenansprache liegt, sondern schlichtweg auch an den technischen Möglichkeiten, die einem geboten sind. Und wenn diese sogar anfängt für die Recruiter selbst die Arbeit durch schlecht durchdachte Workflows eher zu behindern als zu unterstützen, kann sie natürlich nur zu hohen Absprungraten bei den Bewerbern führen.


Wenn Sie also evaluieren, ob Ihre Bewerbermanagement-Software geeignet für Ihre Bewerbersuche ist, schauen Sie nicht nur auf das Nutzungsverhalten Ihrer Bewerber, sondern auch auf Ihre eigene User Experience. Und wenn Bewerber vermehrt aus ihrem System abspringen, sollten Sie diesen Schritt auf Dauer vielleicht ebenfalls in Erwägung ziehen.


Über den Fachkräftemangel und Zahlen, die gegen ihn sprechen

220.000 – so  viele Menschen sollen 2014 in den MINT-Bereichen als Fachkräfte fehlen, wenn man entsprechenden Prognosen des Instituts der Deutschen Wirtschaft glaubt. Die stammten aus dem Jahr 2009. Das war ein wenig verschätzt, es fehlten 2014 lediglich 80.000 Fachkräfte. Das sind zwar dennoch nicht wenige unbesetzte Stellen, aber bleibt die Frage im Raum, wo in der Rechnung auf einmal die 140.000 fehlenden Ingenieure, Mathematiker und Techniker hergekommen sind und wer sie sein sollen. Das sind zum einen nicht mit einberechnete Absolventen, die schon bei den Kultusministerien unter den Tisch fielen, zugewanderte Akademiker.


Neue Prognosen gibt es natürlich auch schon: In der diesjährigen Tipprunde wird mit Zahlen zwischen 84.000-390.000 fehlenden Fachleuten bis 2029 gerechnet. Bleibt die Frage, welche Aussagekraft diese Zahlen überhaupt noch haben. Und wenn Sie für irgendwas anderes gut sein sollen, als nur um den Fachkräftemangel heraufzubeschwören, dann werden sie hoffentlich vorher nochmals ordentlich überprüft.


Bildnachweis: Esther Vargas (CC BY-SA 2.0)