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Der Employour Blog

Seit 2013 berichten wir im Mats-Blog über alles, was es über die junge Zielgruppe und unser Spezialgebiet – den Berufseinstieg – zu wissen gibt. Mats ist inzwischen ein vollwertiges Mitglied in unserem Team, deswegen heißt sein Blog ab sofort Employour Blog. Im neuen Gewand werden wir hier weiter den Themen Personalmarketing, Employer Branding und Social Media nachgehen.

Entdecken und diskutieren wir gemeinsam eine neue Form der Markenkommunikation. Auf digitaler Augenhöhe mit der Generation Y und Führungspersönlichkeiten.
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azubi.report 2016: Stimmen aus der Berufsschule

Was ist deutschen Azubis bei der Wahl des Ausbildungsberufs wichtig? Wie schwierig ist es für sie, eine Lehrstelle zu finden? Und wie zufrieden sind sie eigentlich? Unser azubi.report 2016 hat die Antworten von 2.180 Azubis parat. Mit unserer zweiten großen Studie zur Situation von Auszubildenden in Deutschland gingen wir aber noch einen Schritt weiter. Diesmal haben wir auch die Lehrkräfte aus den Berufsschulen befragt, wie sie die aktuelle Ausbildungssituation einschätzen. Heraus kamen 23 Interviews, deren Ergebnisse wir ebenfalls in den Report eingebunden haben.



#h2#Zeit ist Geld#h2#

Zwei Aussagen der Berufsschullehrer sind dabei besonders interessant: Über die Hälfte der Lehrkräfte sagten aus, dass Schüler nicht ausreichen auf die Berufswelt vorbereitet werden. Die Ursache liege dabei vor allem in den Lehrplänen, denn Schüler erhalten nur unzureichend berufsvorbereitende Maßnahmen. Gerade das Schreiben von Bewerbungen und über sich selbst muss dabei stärker in den Fokus rücken. Auch an der mangelnden Praxiserfahrung sollte laut den Lehrkräften gearbeitet werden. Zwar absolvieren die meisten Schüler im Laufe ihrer Schulzeit immerhin mindestens ein zweiwöchiges Pflichtpraktikum; mehr Praxiserfahrung würde jedoch auch die oft von der Realität abweichenden Vorstellungen und Erwartungen der Schüler an ihre Wunschberufe relativieren.


Das würde im Umkehrschluss jedoch auch bedeuten, dass Abstriche in den Lehrplänen gemacht werden müssen, um Freiraum für weitere „Praxisphasen“ zu schaffen, was die meisten Schulen wahrscheinlich ablehnen. Bildungsreformen wie das in fast allen Bundesländern eingeführte Zentralabitur oder die Kürzung der Schulzeit aka G8 zeigen, dass das Motto der deutschen Bildungslandschaft zwar „Bildung und Forschung ist der Schlüssel“ ist, aber dennoch nach der Devise „Zeit ist Geld“ gearbeitet wird. Schüler und Schülerinnen haben immer weniger Zeit ihren Lernstoff zu verinnerlichen, haben das Gefühl nur für ihre Klassenarbeiten zu lernen und bleiben am Ende orientierungslos.


#h2#Ein Defizit in den Schulen, eine Chance für Unternehmen?#h2#

Fast alle Lehrkräfte bestätigen das und sind überzeugt, dass die wenigsten Schüler konkrete Vorstellungen davon haben, was im Arbeitsalltag auf sie zukommt. Zum Großteil, weil sich die Schüler auf die Angaben in Stellenbeschreibungen schlichtweg „verlassen“. Doch wir wissen alle, dass es mit der Authentizität in Stellenanzeigen so eine Sache ist. Diese Problematik betrifft nicht nur Schüler ;) Gerade deswegen sollten Unternehmen die Chance nutzen, auch weitergehende Informationen über sich als Ausbildungsstätte und den Arbeitsalltag ihrer Azubis bereitzustellen. Das hilft, Klarheit bei den Schülern zu schaffen und wird langfristig auch die Anzahl der Abbrecher aufgrund nicht erfüllter Erwartungen (im Fall unserer Studie für 40,7 % der Befragten der Hauptgrund, die Ausbildung vorzeitig zu beenden) reduzieren.


Die Mittel dafür sind schließlich gegeben: Internetauftritte, Unternehmensprofile, mobile Maßnahmen, die Instrumentarien werden seit Jahren von der Personalszene durchgekaut – nicht nur von uns. Mit unserer Studie zeigen wir aber noch einmal mehr die Grundprobleme auf, mit denen sich Schüler bei der Berufsorientierung durchgehend konfrontiert sehen und geben Ihnen damit die Hinweise, die sie brauchen, um ihre Inhalte an den Bedürfnissen ihrer Zielgruppe besser ausrichten zu können.


Mehr Infos zum azubi.report 2016 können Sie beim Kollegen Gero Hesse im saatkorn. nachlesen, oder Sie laden sich den azubi.report einfach direkt aus unserem Newsroom herunter. 


Bildquelle: CC0 by Dawid Małecki

Jan-Gerrit Meyer

335 Leser

Den Geist wahren – Warum sich die Installation eines Feelgoodmanagers lohnt

Am Anfang ist alles noch ganz easy: Ein kleines Büro, drei zusammengeschobene Tische, eine Handvoll Mitarbeiter. Es geht freundschaftlich, ja fast schon familiär zu. Alles cool, alles ganz zwanglos. Aber dann wächst die Firma, die Belegschaft wird größer. Bald gibt es die ersten Konflikte, und professionelle Strukturen halten Einzug in den vor kurzem noch so entspannten Arbeitsalltag. Der Sprung vom Start-Up zum „richtigen“ Unternehmen ist erstrebenswert, aber ebenso tückisch – besonders, was den Erhalt der Unternehmenskultur betrifft, wenn plötzlich aus 10 Mitarbeitern 100 geworden sind. Wie also den Spirit bewahren, während das Unternehmen auf der Überholspur erwachsen wird? Vielleicht, indem man einen Posten schafft, der einzig dafür verantwortlich ist, die besondere Stimmung aufrecht zu erhalten und für den nötigen Rock ‘n‘ Roll zu sorgen: Der Feelgoodmanager. 

#h2#Fußballtrainer, Therapeut, Barkeeper – Was ein Feelgoodmanager macht#h2#

Ein Feelgoodmanager ist kein Krankenhausclown, der mit Konfetti in den Taschen durch die Flure tanzt und den Elenden ein gezwungenes Lächeln entlockt. Er ist vielmehr eine Mischung aus Vertrauensperson und Eventmanager. Seine Aufgabe ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich die Mitarbeiter wohlfühlen. Dafür braucht er das offene Ohr eines Barkeepers, die Sensibilität eines Therapeuten und den Einfallsreichtum eines Fußballtrainers. Er ist der Ansprechpartner bei allen Sorgen und Nöten der Mitarbeiter – manchmal auch jenen, die über den Job hinausgehen – und hält die Motivation aufrecht.

Dazu führt er viele Einzelgespräche und richtet vielleicht auch einen anonymen Kummerkasten ein. Er vermittelt bei Konflikten zwischen den Kollegen, den Abteilungen, aber auch zwischen Führungsstab und Belegschaft. Sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Mitarbeiter orientierend, organisiert er Teamevents vom gemeinsamen Frühstück über Lasertag bis zur Weihnachtsparty. Er gestaltet außerdem On- und Offboardingprozesse und führt Feedbackgespräche. Er ist sich zudem auch nicht zu schade, im Supermarkt nebenan ein paar Bananen zu besorgen, wenn der Obst-for-free-Korb leer ist.

#h2#Nicht jeder kickert gerne  Warum ein Feelgoodmanager Sinn macht#h2#

Mittlerweile dürfte bei fast allen Unternehmen angekommen sein, dass Google’sche Mitarbeiterbindungs-Konzepte wahre Wunder wirken können. Dass die allein aber nicht ausreichen, um für eine gute Stimmung im Unternehmen zu sorgen, hat neulich schon Kollegin Leonie festgestellt. Mit Sicherheit gibt es auch bei Ihnen Teamevents und ein sympathisches Angebot an Möglichkeiten zur Mittagspausengestaltung. Aber sind wirklich alle davon begeistert? Was ist mit den Mitarbeitern, die vielleicht nicht darauf stehen, nach Feierabend mit den Kollegen noch ein Bier zu trinken? Die nicht so Bock haben auf Minigolf, Freizeitpark oder was auch immer Sie sich einfallen lassen? Kommen die nicht vielleicht zu kurz?

Björn Remiszewski

403 Leser

Über die Geschichte des Online-Personalmarketings, altneue Medienkritik und Commercial Content Moderation

Haben wir vor zwei Wochen geschrieben, dass es endlich warm ist? Karma is a bitch: Es hat sich direkt gerächt, dass wir uns über warme Frühlingstage gefreut haben. Sturmböen, Hagel, Schneeregen – das alles hat umso mehr dazu eingeladen im Netz zu bleiben und zu gucken, was da draußen im WWW getrieben wird. Hier ein kleiner Rundumblick, was uns besonders hängen blieb:

 





#h2#Eine kleine Geschichte der deutschen Jobbörsenlandschaft#h2#

16.606.839 Stellenausschreibungen sind auf über 1700 Jobbörsen im deutschsprachigen Raum online. Das gibt derzeit das Jobbörsenverzeichnis vom Crosswater Job Guide wieder. Eine beeindruckende Zahl. Bei so vielen Jobbörsen, von denen die einen generalistisch, die anderen spezifisch und wiederum einige „meta“ arbeiten, ist es an sich mal interessant zu erfahren, wie der Onlinestellenmarkt in Deutschland überhaupt anfing. Passend dazu hat Eva Zils eine sehr schöne kleine Historie zur Entwicklung der Stellenbörsen und Märkte zusammengestellt, die auch im Subtext deutlich macht, dass sich die Onlinejobsuche in einem Prozess befindet. Während es 1995 mit der reinen Stellenbörse als „Schwarzes Brett“ losging, sind wir heute beim „Karriere-Netzwerk“ und selbst dieses ist nur eine Zwischenstation für den Zug der Digitalisierung.

 

#h2#Die smarte Diktatur…?#h2#

##Am besten schmeißen Sie Ihr Smartphone überhaupt weg und besorgen sich – die gibt’s noch für Rentner – gute alte Handys, die nichts können. – Harald Welzer##

Klingt so reaktionär wie Bill Gates berühmter Kommentar, dass das Internet nur ein Hype sei, oder der Mythos, dass Videospiele gewalttätig machen, oder? In seinem neuen Buch „Die smarte Diktatur – Der Angriff auf unsere Freiheit“ formuliert der 57-jährige Soziologe und Autor Harald Welzer solche und ähnliche Aussagen, mit welchen er sich gegen die Digitalisierung richtet. Uns persönlich fällt nicht wirklich viel mehr dazu ein, als uneingeschränkt die Erwiderung der Gründerszene zu dieser und 10 weiteren Aussagen aus dem Buch zu empfehlen. Eventuell bietet es sich an, sich auch einmal selbst den Text vorzunehmen, um sich ein Bild zu machen von einer Weltsicht, in der das Böse im Netz lauert. Wahrscheinlich kann man genauso gut auch nochmal Phaidros von Platon lesen; Medienkritik ist und bleibt wichtig, aber verliert ihre Kraft, wenn sie neue Entwicklungen lieber aufhalten möchte, anstatt sie mitzuformen.

 

#h2#Die Müllabfuhr im Internet!#h2#

Bei all den Chancen, die uns das Internet jedoch inzwischen für Arbeit und Leben anbietet, ist aber tatsächlich auch nicht zu verleugnen, dass das Internet auch seine Schattenseiten hat. Von der Ambivalenz des Deep Webs – dem wirklich anonymen und quasi rechtsfreien Raum des Internets – abgesehen, hat die taz mit dem Berliner Theaterregisseur Moritz Riesewieck über dessen Recherche auf den Philippinen gesprochen. Sein Thema: Die „Müllabfuhr“ der sozialen Netzwerke: Firmen, welche sich darauf spezialisiert haben, Inhalte aus dem Netz zu entfernen, die für niemanden zu sehen sein sollen. Quasi jeglicher sittenwidrige Inhalt, sei er gewalttätiger, sexueller oder auch einfach wirtschaftlich brisanter Natur, wird dort von Arbeitern aussortiert, zurückverfolgt und entfernt. Ein florierendes Geschäft, dessen zu Teilen sogar religiösen Hintergründe im Interview ein wenig geklärt werden. Schade, dass ich es versäumt habe, mich für die re:publica zu akkreditieren; wer dort ist, sollte sich die Session von Riesewick zu seiner Reise nicht entgehen lassen. Festzuhalten bleibt jedoch letztlich – und diese Aussage geht auch an Herrn Welzer: Das Internet ist per se nicht schlecht. Es kommt nur darauf an, was Mensch damit macht.


Bildquelle: John Foxx/Stockbyte/Thinkstock

Jan-Gerrit Meyer

310 Leser

Selbstoptimierung, Fleisch und authentisches Employer Branding

Seit 2015 gehört es nicht mehr zum guten Ton, mit sich selbst zufrieden zu sein. Unter dem Motto #noexcuses müssen sich Mütter 14 Tage nach der Geburt den „pre-baby body“ wieder antrainiert haben. Paleo, Rohvegan, Low Carb – im Namen der guten Figur darf längst nicht mehr alles Beliebige auf dem Teller, im Mund und auf den Hüften landen. In Job und Freizeit gewinnt die Achtsamkeit an Bedeutung und wer nicht gerade beim Yoga ist oder einen Marathon läuft, macht sich ans Decluttering, Filofaxing oder verwirklicht sich mit DIY. Selbstoptimierung ist also das große Thema der Stunde; alle werden schöner, gesünder, kreativer und einfach besser. Und was hat das jetzt mit Employer Branding zu tun?

 


#h2#Optimize your Stellenanzeige#h2#

Nicht nur Menschen wollen zu ihrem besten und schönsten Selbst werden. Auch Unternehmen scheinen begeistert auf die Selbstoptimierungswelle aufzuspringen und polieren ihr Image. Das fällt nicht nur in der allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit auf, sondern auch sehr stark in den Stellenanzeigen. Wo früher stand, welche Qualifikationen man für einen Job braucht und welche Aufgaben einen erwarten, finden sich heute extrem häufig Angaben wie „toller Teamzusammenhalt“, „flache Hierarchien“, „Obst und Süßes gegen den Nachmittagsdurchhänger stellen wir“ oder „bei regelmäßigen Teamevents haben wir viel Spaß“. Es werden keine neuen Kollegen gesucht, sondern „teamfähige Könner mit Macher-Mentalität“, und auch „Erfahrungen im Projektmanagement“ sind sehr erwünscht. Kurzum: Beim Studieren vieler Stellenanzeigen entsteht ein wenig aussagekräftiger Einheitsbrei, der weder Rückschlüsse auf den Arbeitsalltag noch Hinweise auf die tatsächlichen genauen Aufgaben zulässt. Unternehmen versuchen so anscheinend, besonders offen und wenig spießig zu wirken und den Eindruck zu vermitteln, dass hier das Teamgefühl mehr zählt als der Umsatz.

 

#h2# Die unindividuelle individuelle Arbeitgebermarke#h2#

Das ist womöglich eine Reaktion auf verschiedene Studien, wie dem „Engagement Index“, den die deutsche Vertretung des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Gallup seit 2001 jährlich herausbringt. Dieser Index zeigt, dass es weniger die Liebe zur Arbeit an sich ist, die Mitarbeiter zu einem höheren Engagement verleitet, als vielmehr die emotionale Bindung und Identifikation mit dem Unternehmen, bei dem sie beschäftigt sind. Deswegen findet man auf allen möglichen Social Media-Plattformen auch zunehmend Firmenprofile mit lustigen Anekdoten und Fotos aus dem Teamalltag. Employer Branding „at its best“ eben. Es scheint, als würden die betreffenden Unternehmen schon durch die Blume – oder in diesem Fall durch die Stellenanzeige oder das Firmenprofil – mitteilen wollen: Bei uns bist du nicht nur ein kleines Rad im Getriebe, bei uns zählt der Mensch an sich: Wir sind eine Clique und haben Spaß zusammen. Engagierte Mitarbeiter sind die besseren Mitarbeiter und mit der Betonung des Teamhaften und Menschlichen wollen Unternehmen genau diese Angestellten für sich begeistern.

 

#h2#Kicker & Candy ­– wo ist das Problem?#h2#

Ein wirkliches Problem gibt es dabei gar nicht. Nur weckt die Betrachtung aktueller Stellenanzeigen unbewusst eine Assoziation mit Diskussionen über Massentierhaltung in mir. Überzeugte Fleischesser betonen darin nämlich ungelogen immer, dass sie sowieso ausschließlich beim Biobauern nebenan ihr Fleisch kaufen und niemals das Hack vom Discounter auf ihrem Teller landen dürfte. Schenkt man also den Diskutanten und den Stellenanzeigen vorbehaltlosen Glauben, entsteht ein richtig schönes Bild: In Deutschland gibt es ausschließlich Gourmets, die sich nachhaltig, gesund und biologisch wertvoll ernähren; und alle Angestellten kickern sich, einen Schokoriegel kauend, glücklich und engagiert der Rente entgegen.

 

#h2#Tell it like it is#h2#

Klingt ja toll, aber ist das wirklich so? Natürlich nicht. Auch wenn verschiedene Ernährungstrends dafür sorgen, dass immer weniger Deutsche Produkte aus der Massentierhaltung konsumieren: Deren Ende ist nicht in greifbarer Nähe. Ebenso sind längst nicht alle Angestellten so motiviert bei ihrer Arbeit, als dass sie sich in diesem Kontext noch freiwillig außerordentlich engagieren wollten. Der Bevölkerungsbefragung zum Thema Jobzufriedenheit zufolge, welche die ManPower Group im März 2016 durchgeführt hat, sind fast die Hälfte aller befragten Angestellten nicht mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden und können sich vorstellen, innerhalb der nächsten 12 Monate den Job zu wechseln. Klingt nicht gerade nach Friede, Freude, Schokoriegel – geschweige denn nach engaged Employees. Doch trotzdem suggerieren Social Media-Auftritte und Stellenanzeigen, dass alle Teammitglieder voller Spaß bei der Arbeit sind, und gerne beim gemeinsamen Feierabendbierchen den Tag ausklingen lassen. Vielleicht soll solch eine Darstellung die Team- und Arbeitsmoral unzufriedener Mitarbeiter steigern und für eine bessere Stimmung sorgen (nach dem Motto: „Eigentlich ist es doch bei uns recht cool...“)? Oder sollen dadurch einfach neue, engagierte(re) Kandidaten angesprochen werden, die dann für frischen Wind im Team sorgen (dann lautet das Motto: „Da sieht‘s cool aus, da will ich hin“)?

 

#h2#Ja, wie denn nun?#h2#

Egal, warum Unternehmen sich plötzlich hipper, lockerer und generell offener geben – Fakt ist: Wenn alle ein tolles Team, einen Kicker und Süßes versprechen, wird das schon bald nichts Besonderes und vor allem nicht mehr glaubwürdig sein. Die hochgelobte und vielbeschworene Authentizität geht verloren, was dann eben nicht für ein höheres Maß an Employee Engagement sorgen wird. Stattdessen werden sich neue Angestellte schnell wundern, warum die Realität womöglich so gar nicht mit dem durch das Employer Branding hervorgerufenen Eindruck übereinstimmt. Letztlich bleiben die Einblicke, die sie in ihren Kampagnen und Stellenanzeigen bieten, nämlich immer Eindrücke von außen. Und wenn diese nicht übereinstimmen, werden die neuen Kollegen auch relativ schnell wieder kündigen.

Deswegen wäre mein Tipp: Versuchen Sie nicht, in Ihrem Employer Branding irgendwelchen vermeintlichen Trends nachzujagen, sondern besinnen Sie sich lieber darauf, was Ihr Team wirklich besonders macht. Vielleicht steht bei Ihnen ja auch anstelle eines Kickers ein Flipper oder das Kollegium kocht in der Pause zusammen? Oder einige Ihrer Angestellten haben einen Strick-, Literatur- oder Brettspielclub gegründet, der regelmäßige Events im Büro veranstaltet? Und selbst für den Fall, dass in Ihrem Team gar nichts derartiges passiert und statt Freundschaften hochprofessionelles Arbeiten in ruhiger Atmosphäre gewünscht wird: Kommunizieren Sie es, aber so wie es ist. Die Bewerber werden es Ihnen danken!


Bildquelle: RossHelen/iStock/Thinkstock

Leonie Feibig

677 Leser

Von Schubladen, nackten ITlern und privaten Chats

Warm! Endlich! Auch wenn der April noch immer nicht so richtig weiß, welches Wetter ein Dauerbrenner ist, haben wir diese Woche die ersten Mittagspausen wieder auf unserem Bürodach genossen. Es war uns gegönnt, schließlich haben wir in den letzten Wochen in sämtlichen Abteilungen viele neue Gesichter bei uns begrüßen dürfen und damit unseren internen Ausbau nochmal ein Stück weiter vorangetrieben. Aber nicht nur bei uns ging es „heiß“ her.





#h2#Heiß oder sexistischer Scheiß?#h2#

Sex Sells – so ausgelutscht dieser Spruch ist, so gültig ist er wohl auch noch. Wie Kollege Knabenreich berichtet, möchte dem jetzt Justizminister Heiko Maas einen Riegel vorschieben und sexistische Werbung verbieten. Interessant, wenn man sich in dem Zusammenhang die neue Personalmarketingkampagne vom IT-Jobboard Dice ansieht. Denn hier wird auf nackte Haut gesetzt, um „heiße“ Jobs zu bewerben. Schaut man sich die Fotos jedoch genauer an, kann man durchaus die Frage stellen, ob man diese überhaupt als „sexistisch“ bezeichnen kann – zumindest in der Form, wie wir den Begriff heutzutage verwenden. Oder ob mittels der Motive nackter Männer und gut gekleideter Frauen mit dem heutigen Sexismus-Begriff nicht einfach gespielt wird.

 

#h2#Private Internetnutzung im Büro: Ist es nicht erlaubt, ist es verboten#h2#

In vielen Betrieben ist es üblich, dass die private Internetnutzung verboten oder zumindest eingeschränkt ist. Dann dürfen auch der Mailverkehr und Protokolldaten, zum Beispiel Browserverläufe, stichprobenartig überprüft werden. Doch wie ist es, wenn die Internetnutzung gänzlich erlaubt ist? Zu dieser und mehr Fragen hat sich Rechtsanwältin Rebecca Fischer bei Haufe geäußert. Interessant: In letzterem Fall wird das Unternehmen juristisch als Dienstanbieter im Sinne des Telemediengesetzes behandelt wird. Und als solcher muss es die ausdrückliche Erlaubnis des Arbeitnehmers besitzen, um Kontrollen durchzuführen, ansonsten darf dieser auf Verletzung des Fernmeldegeheimnisses klagen.


Das liest sich zunächst alles recht uninteressant, wird aber gerade für Startups relevant sein, welche häufig die Internetnutzung der Einfachheit halber offenstellt.

 

#h2#Generation What? Die große Umfrage#h2#

2013 wurde in Frankreich die große Génération Quoi durchgeführt, eine landesweite Studie unter Schülern, Azubis, Studierenden und Arbeitnehmern mit dem Ziel, das Lebensgefühl der jüngeren Hälfte der Landesbevölkerung zu ermitteln: Was denken sie über die politische Situation im Land, über demografische Veränderung, welche persönlichen Ziele und Werte haben und verfolgen sie?


Jetzt wurde die Studie auf 10 weitere Länder ausgeweitet, um den Blick auf die Welt der jungen Generationen europaweit einzufangen. Uns gefällt die Seite aufgrund der leichten Zugänglichkeit der Ergebnisse, die in Echtzeit abgerufen werden können, sehr gut. Zudem sind die Ergebnisse noch nach Geschlecht, Alter und beruflichem Stand zu filtern. Wussten Sie zum Beispiel, dass nur ca. 3 % der Schülerinnen und Schüler in Deutschland das Gefühl haben, wirklich durch das Bildungssystem auf den Arbeitsmarkt vorbereitet zu werden. Dennoch blicken über 50 % der Befragten optimistisch in die Zukunft. Und auch schön: Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen dürfen am Ende ihre ganz persönliche Generation _________ bezeichnen. Denn eines ist sicher: Die Schublade "Generation Y" ist zu klein für die europäische Jugend.


Photo by Stuart Vivier

Jan-Gerrit Meyer

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