Wir sind Employour

„Nie wieder Kaffee kochen“ –  mit diesem Satz hat die Entwicklung unseres ersten Portals meinpraktikum.de angefangen. Das ehemals kleine Studentenprojekt hat sich heute und mit inzwischen 5 Portalen als eines der größten Netzwerke für Nachwuchskräfte in Deutschland etabliert.


Seit Anfang 2011 steht unser Team für erfolgreiches Personalmarketing mit Ecken und Kanten. Ob Ausbildung, Praktikum, Absolventenstelle oder Traineeship, bei uns finden Berufseinsteiger die richtigen Stellen. Wir setzen nicht auf Marketing-Floskeln, sondern auf Transparenz und Glaubwürdigkeit und bringen so Unternehmen und Nachwuchskräfte zusammen. Wenn es um die Besetzung von Nachwuchsstellen geht, führt kein Weg an Employour vorbei. Praktikantisch, Azubisch, Studentisch und Absolventisch sprechen wir fließend – online wie offline.


Bei uns passt nichts in Schablonen: Das gilt für Konzepte wie für Mitarbeiter. Dieses Team macht die Suche nach dem Wunschpartner für Bewerber und Unternehmen jeden Tag ein bisschen leichter.

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„Nie wieder Kaffee kochen“ –  mit diesem Satz hat die Entwicklung unseres ersten Portals meinpraktikum.de angefangen.

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Neues aus dem Employour Blog

Über die Geschichte des Online-Personalmarketings, altneue Medienkritik und Commercial Content Moderation

Haben wir vor zwei Wochen geschrieben, dass es endlich warm ist? Karma is a bitch: Es hat sich direkt gerächt, dass wir uns über warme Frühlingstage gefreut haben. Sturmböen, Hagel, Schneeregen – das alles hat umso mehr dazu eingeladen im Netz zu bleiben und zu gucken, was da draußen im WWW getrieben wird. Hier ein kleiner Rundumblick, was uns besonders hängen blieb:

 





#h2#Eine kleine Geschichte der deutschen Jobbörsenlandschaft#h2#

16.606.839 Stellenausschreibungen sind auf über 1700 Jobbörsen im deutschsprachigen Raum online. Das gibt derzeit das Jobbörsenverzeichnis vom Crosswater Job Guide wieder. Eine beeindruckende Zahl. Bei so vielen Jobbörsen, von denen die einen generalistisch, die anderen spezifisch und wiederum einige „meta“ arbeiten, ist es an sich mal interessant zu erfahren, wie der Onlinestellenmarkt in Deutschland überhaupt anfing. Passend dazu hat Eva Zils eine sehr schöne kleine Historie zur Entwicklung der Stellenbörsen und Märkte zusammengestellt, die auch im Subtext deutlich macht, dass sich die Onlinejobsuche in einem Prozess befindet. Während es 1995 mit der reinen Stellenbörse als „Schwarzes Brett“ losging, sind wir heute beim „Karriere-Netzwerk“ und selbst dieses ist nur eine Zwischenstation für den Zug der Digitalisierung.

 

#h2#Die smarte Diktatur…?#h2#

##Am besten schmeißen Sie Ihr Smartphone überhaupt weg und besorgen sich – die gibt’s noch für Rentner – gute alte Handys, die nichts können. – Harald Welzer##

Klingt so reaktionär wie Bill Gates berühmter Kommentar, dass das Internet nur ein Hype sei, oder der Mythos, dass Videospiele gewalttätig machen, oder? In seinem neuen Buch „Die smarte Diktatur – Der Angriff auf unsere Freiheit“ formuliert der 57-jährige Soziologe und Autor Harald Welzer solche und ähnliche Aussagen, mit welchen er sich gegen die Digitalisierung richtet. Uns persönlich fällt nicht wirklich viel mehr dazu ein, als uneingeschränkt die Erwiderung der Gründerszene zu dieser und 10 weiteren Aussagen aus dem Buch zu empfehlen. Eventuell bietet es sich an, sich auch einmal selbst den Text vorzunehmen, um sich ein Bild zu machen von einer Weltsicht, in der das Böse im Netz lauert. Wahrscheinlich kann man genauso gut auch nochmal Phaidros von Platon lesen; Medienkritik ist und bleibt wichtig, aber verliert ihre Kraft, wenn sie neue Entwicklungen lieber aufhalten möchte, anstatt sie mitzuformen.

 

#h2#Die Müllabfuhr im Internet!#h2#

Bei all den Chancen, die uns das Internet jedoch inzwischen für Arbeit und Leben anbietet, ist aber tatsächlich auch nicht zu verleugnen, dass das Internet auch seine Schattenseiten hat. Von der Ambivalenz des Deep Webs – dem wirklich anonymen und quasi rechtsfreien Raum des Internets – abgesehen, hat die taz mit dem Berliner Theaterregisseur Moritz Riesewieck über dessen Recherche auf den Philippinen gesprochen. Sein Thema: Die „Müllabfuhr“ der sozialen Netzwerke: Firmen, welche sich darauf spezialisiert haben, Inhalte aus dem Netz zu entfernen, die für niemanden zu sehen sein sollen. Quasi jeglicher sittenwidrige Inhalt, sei er gewalttätiger, sexueller oder auch einfach wirtschaftlich brisanter Natur, wird dort von Arbeitern aussortiert, zurückverfolgt und entfernt. Ein florierendes Geschäft, dessen zu Teilen sogar religiösen Hintergründe im Interview ein wenig geklärt werden. Schade, dass ich es versäumt habe, mich für die re:publica zu akkreditieren; wer dort ist, sollte sich die Session von Riesewick zu seiner Reise nicht entgehen lassen. Festzuhalten bleibt jedoch letztlich – und diese Aussage geht auch an Herrn Welzer: Das Internet ist per se nicht schlecht. Es kommt nur darauf an, was Mensch damit macht.


Bildquelle: John Foxx/Stockbyte/Thinkstock

Jan-Gerrit Meyer

129 Leser

Von Schubladen, nackten ITlern und privaten Chats

Warm! Endlich! Auch wenn der April noch immer nicht so richtig weiß, welches Wetter ein Dauerbrenner ist, haben wir diese Woche die ersten Mittagspausen wieder auf unserem Bürodach genossen. Es war uns gegönnt, schließlich haben wir in den letzten Wochen in sämtlichen Abteilungen viele neue Gesichter bei uns begrüßen dürfen und damit unseren internen Ausbau nochmal ein Stück weiter vorangetrieben. Aber nicht nur bei uns ging es „heiß“ her.





#h2#Heiß oder sexistischer Scheiß?#h2#

Sex Sells – so ausgelutscht dieser Spruch ist, so gültig ist er wohl auch noch. Wie Kollege Knabenreich berichtet, möchte dem jetzt Justizminister Heiko Maas einen Riegel vorschieben und sexistische Werbung verbieten. Interessant, wenn man sich in dem Zusammenhang die neue Personalmarketingkampagne vom IT-Jobboard Dice ansieht. Denn hier wird auf nackte Haut gesetzt, um „heiße“ Jobs zu bewerben. Schaut man sich die Fotos jedoch genauer an, kann man durchaus die Frage stellen, ob man diese überhaupt als „sexistisch“ bezeichnen kann – zumindest in der Form, wie wir den Begriff heutzutage verwenden. Oder ob mittels der Motive nackter Männer und gut gekleideter Frauen mit dem heutigen Sexismus-Begriff nicht einfach gespielt wird.

 

#h2#Private Internetnutzung im Büro: Ist es nicht erlaubt, ist es verboten#h2#

In vielen Betrieben ist es üblich, dass die private Internetnutzung verboten oder zumindest eingeschränkt ist. Dann dürfen auch der Mailverkehr und Protokolldaten, zum Beispiel Browserverläufe, stichprobenartig überprüft werden. Doch wie ist es, wenn die Internetnutzung gänzlich erlaubt ist? Zu dieser und mehr Fragen hat sich Rechtsanwältin Rebecca Fischer bei Haufe geäußert. Interessant: In letzterem Fall wird das Unternehmen juristisch als Dienstanbieter im Sinne des Telemediengesetzes behandelt wird. Und als solcher muss es die ausdrückliche Erlaubnis des Arbeitnehmers besitzen, um Kontrollen durchzuführen, ansonsten darf dieser auf Verletzung des Fernmeldegeheimnisses klagen.


Das liest sich zunächst alles recht uninteressant, wird aber gerade für Startups relevant sein, welche häufig die Internetnutzung der Einfachheit halber offenstellt.

 

#h2#Generation What? Die große Umfrage#h2#

2013 wurde in Frankreich die große Génération Quoi durchgeführt, eine landesweite Studie unter Schülern, Azubis, Studierenden und Arbeitnehmern mit dem Ziel, das Lebensgefühl der jüngeren Hälfte der Landesbevölkerung zu ermitteln: Was denken sie über die politische Situation im Land, über demografische Veränderung, welche persönlichen Ziele und Werte haben und verfolgen sie?


Jetzt wurde die Studie auf 10 weitere Länder ausgeweitet, um den Blick auf die Welt der jungen Generationen europaweit einzufangen. Uns gefällt die Seite aufgrund der leichten Zugänglichkeit der Ergebnisse, die in Echtzeit abgerufen werden können, sehr gut. Zudem sind die Ergebnisse noch nach Geschlecht, Alter und beruflichem Stand zu filtern. Wussten Sie zum Beispiel, dass nur ca. 3 % der Schülerinnen und Schüler in Deutschland das Gefühl haben, wirklich durch das Bildungssystem auf den Arbeitsmarkt vorbereitet zu werden. Dennoch blicken über 50 % der Befragten optimistisch in die Zukunft. Und auch schön: Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen dürfen am Ende ihre ganz persönliche Generation _________ bezeichnen. Denn eines ist sicher: Die Schublade "Generation Y" ist zu klein für die europäische Jugend.


Photo by Stuart Vivier

Jan-Gerrit Meyer

275 Leser

Wer bloggt hier eigentlich?

Wer den Blog regelmäßig verfolgt, hat schon festgestellt, dass wir Ihnen seit diesem Jahr nun als Team Einblicke in Employer Branding, die Personalszene und die unendlichen Weiten des Internets geben. Heute wollen wir uns auch einfach mal die Zeit nehmen und Ihnen die Köpfe vorstellen, die hinter diesem Blog stehen. Wir verraten, welchen Aufgaben wir neben dem Bloggen nachgehen, welche HR-Themen uns besonders interessieren und auch, wie unsere Feierabende aussehen. Da wir uns im Team sogar ein Büro teilen, ist jeden Freitag eine kleine Büroparty angesagt: Vielleicht erraten Sie ja die "must haves" unserer Playlist. Hinweise sind im Blog versteckt ;)




#h2#Jan-Gerrit Meyer#h2#

Kontakt: meyer@employour.de


Seit schon 4 Jahren arbeite ich in der Online-Redaktion von Employour und habe dabei die unterschiedlichsten Aufgaben innegehabt. Egal ob die Contenterstellung für unsere Portale, die Bearbeitung von Bildern für alle möglichen Belange, das Bloggen oder Twittern und seit kurzem auch die Beschäftigung mit dem Thema Wissensmanagement – ich bin bei allem dabei. Der Kunsthistoriker und Medienwissenschaftler in mir hat immer ein Auge für die visuelle Gestaltung von Arbeitgeber-Auftritten und beschäftigt sich passenderweise besonders gern mit dem Einsatz neuer Medienformate im Employer Branding.


Als Spielkind sondergleichen werde ich außerdem immer hellhörig, wenn irgendwo die Begriffe „Spiel“, „Serious Game“ oder „Recruitainment“ fallen. Meine liebsten Beispiele diesbezüglich sind die Défi Ingénieurs der französischen Bahngesellschaft SNCF und der Nachbau der schwedischen Niederlassung von Microsoft in Minecraft. Privat spiele ich jedoch lieber actionreichere Spiele wie Mass Effect, Dark Souls oder Guild Wars. Darüber hinaus beschäftige ich mich viel mit Musik und den Kuriositäten des Internets – Einer meiner Lieblingsstreams, der beides perfekt zusammenbringt, ist Off the Air von Adult Swim. Caution: brainfuck alert!

Leonie Feibig

453 Leser

Selbstoptimierung, Fleisch und authentisches Employer Branding

Seit 2015 gehört es nicht mehr zum guten Ton, mit sich selbst zufrieden zu sein. Unter dem Motto #noexcuses müssen sich Mütter 14 Tage nach der Geburt den „pre-baby body“ wieder antrainiert haben. Paleo, Rohvegan, Low Carb – im Namen der guten Figur darf längst nicht mehr alles Beliebige auf dem Teller, im Mund und auf den Hüften landen. In Job und Freizeit gewinnt die Achtsamkeit an Bedeutung und wer nicht gerade beim Yoga ist oder einen Marathon läuft, macht sich ans Decluttering, Filofaxing oder verwirklicht sich mit DIY. Selbstoptimierung ist also das große Thema der Stunde; alle werden schöner, gesünder, kreativer und einfach besser. Und was hat das jetzt mit Employer Branding zu tun?

 


#h2#Optimize your Stellenanzeige#h2#

Nicht nur Menschen wollen zu ihrem besten und schönsten Selbst werden. Auch Unternehmen scheinen begeistert auf die Selbstoptimierungswelle aufzuspringen und polieren ihr Image. Das fällt nicht nur in der allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit auf, sondern auch sehr stark in den Stellenanzeigen. Wo früher stand, welche Qualifikationen man für einen Job braucht und welche Aufgaben einen erwarten, finden sich heute extrem häufig Angaben wie „toller Teamzusammenhalt“, „flache Hierarchien“, „Obst und Süßes gegen den Nachmittagsdurchhänger stellen wir“ oder „bei regelmäßigen Teamevents haben wir viel Spaß“. Es werden keine neuen Kollegen gesucht, sondern „teamfähige Könner mit Macher-Mentalität“, und auch „Erfahrungen im Projektmanagement“ sind sehr erwünscht. Kurzum: Beim Studieren vieler Stellenanzeigen entsteht ein wenig aussagekräftiger Einheitsbrei, der weder Rückschlüsse auf den Arbeitsalltag noch Hinweise auf die tatsächlichen genauen Aufgaben zulässt. Unternehmen versuchen so anscheinend, besonders offen und wenig spießig zu wirken und den Eindruck zu vermitteln, dass hier das Teamgefühl mehr zählt als der Umsatz.

 

#h2# Die unindividuelle individuelle Arbeitgebermarke#h2#

Das ist womöglich eine Reaktion auf verschiedene Studien, wie dem „Engagement Index“, den die deutsche Vertretung des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Gallup seit 2001 jährlich herausbringt. Dieser Index zeigt, dass es weniger die Liebe zur Arbeit an sich ist, die Mitarbeiter zu einem höheren Engagement verleitet, als vielmehr die emotionale Bindung und Identifikation mit dem Unternehmen, bei dem sie beschäftigt sind. Deswegen findet man auf allen möglichen Social Media-Plattformen auch zunehmend Firmenprofile mit lustigen Anekdoten und Fotos aus dem Teamalltag. Employer Branding „at its best“ eben. Es scheint, als würden die betreffenden Unternehmen schon durch die Blume – oder in diesem Fall durch die Stellenanzeige oder das Firmenprofil – mitteilen wollen: Bei uns bist du nicht nur ein kleines Rad im Getriebe, bei uns zählt der Mensch an sich: Wir sind eine Clique und haben Spaß zusammen. Engagierte Mitarbeiter sind die besseren Mitarbeiter und mit der Betonung des Teamhaften und Menschlichen wollen Unternehmen genau diese Angestellten für sich begeistern.

 

#h2#Kicker & Candy ­– wo ist das Problem?#h2#

Ein wirkliches Problem gibt es dabei gar nicht. Nur weckt die Betrachtung aktueller Stellenanzeigen unbewusst eine Assoziation mit Diskussionen über Massentierhaltung in mir. Überzeugte Fleischesser betonen darin nämlich ungelogen immer, dass sie sowieso ausschließlich beim Biobauern nebenan ihr Fleisch kaufen und niemals das Hack vom Discounter auf ihrem Teller landen dürfte. Schenkt man also den Diskutanten und den Stellenanzeigen vorbehaltlosen Glauben, entsteht ein richtig schönes Bild: In Deutschland gibt es ausschließlich Gourmets, die sich nachhaltig, gesund und biologisch wertvoll ernähren; und alle Angestellten kickern sich, einen Schokoriegel kauend, glücklich und engagiert der Rente entgegen.

 

#h2#Tell it like it is#h2#

Klingt ja toll, aber ist das wirklich so? Natürlich nicht. Auch wenn verschiedene Ernährungstrends dafür sorgen, dass immer weniger Deutsche Produkte aus der Massentierhaltung konsumieren: Deren Ende ist nicht in greifbarer Nähe. Ebenso sind längst nicht alle Angestellten so motiviert bei ihrer Arbeit, als dass sie sich in diesem Kontext noch freiwillig außerordentlich engagieren wollten. Der Bevölkerungsbefragung zum Thema Jobzufriedenheit zufolge, welche die ManPower Group im März 2016 durchgeführt hat, sind fast die Hälfte aller befragten Angestellten nicht mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden und können sich vorstellen, innerhalb der nächsten 12 Monate den Job zu wechseln. Klingt nicht gerade nach Friede, Freude, Schokoriegel – geschweige denn nach engaged Employees. Doch trotzdem suggerieren Social Media-Auftritte und Stellenanzeigen, dass alle Teammitglieder voller Spaß bei der Arbeit sind, und gerne beim gemeinsamen Feierabendbierchen den Tag ausklingen lassen. Vielleicht soll solch eine Darstellung die Team- und Arbeitsmoral unzufriedener Mitarbeiter steigern und für eine bessere Stimmung sorgen (nach dem Motto: „Eigentlich ist es doch bei uns recht cool...“)? Oder sollen dadurch einfach neue, engagierte(re) Kandidaten angesprochen werden, die dann für frischen Wind im Team sorgen (dann lautet das Motto: „Da sieht‘s cool aus, da will ich hin“)?

 

#h2#Ja, wie denn nun?#h2#

Egal, warum Unternehmen sich plötzlich hipper, lockerer und generell offener geben – Fakt ist: Wenn alle ein tolles Team, einen Kicker und Süßes versprechen, wird das schon bald nichts Besonderes und vor allem nicht mehr glaubwürdig sein. Die hochgelobte und vielbeschworene Authentizität geht verloren, was dann eben nicht für ein höheres Maß an Employee Engagement sorgen wird. Stattdessen werden sich neue Angestellte schnell wundern, warum die Realität womöglich so gar nicht mit dem durch das Employer Branding hervorgerufenen Eindruck übereinstimmt. Letztlich bleiben die Einblicke, die sie in ihren Kampagnen und Stellenanzeigen bieten, nämlich immer Eindrücke von außen. Und wenn diese nicht übereinstimmen, werden die neuen Kollegen auch relativ schnell wieder kündigen.

Deswegen wäre mein Tipp: Versuchen Sie nicht, in Ihrem Employer Branding irgendwelchen vermeintlichen Trends nachzujagen, sondern besinnen Sie sich lieber darauf, was Ihr Team wirklich besonders macht. Vielleicht steht bei Ihnen ja auch anstelle eines Kickers ein Flipper oder das Kollegium kocht in der Pause zusammen? Oder einige Ihrer Angestellten haben einen Strick-, Literatur- oder Brettspielclub gegründet, der regelmäßige Events im Büro veranstaltet? Und selbst für den Fall, dass in Ihrem Team gar nichts derartiges passiert und statt Freundschaften hochprofessionelles Arbeiten in ruhiger Atmosphäre gewünscht wird: Kommunizieren Sie es, aber so wie es ist. Die Bewerber werden es Ihnen danken!


Bildquelle: RossHelen/iStock/Thinkstock

Leonie Feibig

352 Leser

Talent – Was ist das überhaupt? Und was bedeutet es heute?

Talent – Das ist ein Wort, über das man genauso häufig stolpert, wie man es selber nutzt. Soll man es aber näher definieren, beginnt recht schnell das große Herumdrucksen. Was genau ist Talent? Ist es diese Bevorzugung durch irgendeine höhere Macht, die dafür sorgt, dass die anderen so vieles so viel besser können, während man sich selber in einer Mischung aus Fatalismus und Bequemlichkeit damit abgefunden hat, nur ganz okay zu sein und den vom Schicksal Begünstigteren stets den Vortritt zu lassen? Oder ist Talent nicht vielmehr etwas, das wir alle gleichermaßen besitzen, und nur der Fleiß trennt das Genie vom Gewöhnlichen?

#h2#Wir alle sind multiple Talente#h2#

„Ein Talent ist jemand, der Talent hat.“ Das sagen nicht wir, das sagt der Duden. Und was ist dieses Talent, das man haben muss, um ein Talent zu sein? Ein weiterer Blick in den Duden klärt auf: „Eine Begabung, die jemanden zu ungewöhnlichen bzw. überdurchschnittlichen Leistungen auf einem bestimmten, besonders auf künstlerischem Gebiet befähigt.“ Talent beschreibt also ein vorhandenes Potenzial, um bestimmte Fähigkeiten entwickeln zu können.

Dieses Potenzial aber, und das ist das Wesentliche im ganzen Talent-Mythos, schlummert in jedem von uns. Die Vorstellung, dass dieses Potenzial willkürlich verteilt ist und es ein paar Glückliche gibt, die von Anfang an mit mehr Talent gesegnet wurden, „geborene" Anführer etwa, ist nichts weiter als veraltetes Elitedenken. Bis heute gibt es keinen Beweis dafür, dass besondere Fähigkeiten angeboren, also genetisch bedingt sind. Vielmehr setzt sich mittlerweile die Meinung durch, dass Talent in jedem von uns zu finden ist. Die Frage ist nur, ob es auch tatsächlich gefunden und dann zur vollen Entfaltung gebracht wird.

#h2#Talent = Leistung + Potenzial#h2#

Talente gibt es viele, intellektuelle und nicht-intellektuelle, sportliche und künstlerische, numerische und verbale, soziale und emotionale. Und all diese Talente schlummern, so die weitverbreitete Meinung, in jedem von uns. Um das Talent zur Entfaltung zu bringen, also den Sprung vom reinen Talent zur Koryphäe zu schaffen, gilt es schlichtweg, mehr als andere dafür zu tun, die Grenzen des eigenen Könnens auszuweiten. Vereinfacht gesagt: üben, üben, üben. Denn Talent ist nur die Möglichkeit zur Leistung, nicht die Leistung selbst. Wer als Talent wahrgenommen werden möchte, sollte das vorhandene Potenzial also noch um Ausdauer, Motivation und Leistung ergänzen.

Björn Remiszewski

822 Leser