Wir sind Employour

„Nie wieder Kaffee kochen“ – mit diesem Satz hat die Entwicklung unseres ersten Portals meinpraktikum.de angefangen. Das ehemals kleine Studentenprojekt hat sich heute und mit inzwischen 5 Portalen als eines der größten Netzwerke für Nachwuchskräfte in Deutschland etabliert.


Seit Anfang 2011 steht unser Team für erfolgreiches Personalmarketing mit Ecken und Kanten. Ob Ausbildung, Praktikum, Absolventenstelle oder Traineeship, bei uns finden Berufseinsteiger die richtigen Stellen. Wir setzen nicht auf Marketing-Floskeln, sondern auf Transparenz und Glaubwürdigkeit und bringen so Unternehmen und Nachwuchskräfte zusammen. Wenn es um die Besetzung von Nachwuchsstellen geht, führt kein Weg an Employour vorbei. Praktikantisch, Azubisch, Studentisch und Absolventisch sprechen wir fließend – online wie offline.


Bei uns passt nichts in Schablonen: Das gilt für Konzepte wie für Mitarbeiter. Dieses Team macht die Suche nach dem Wunschpartner für Bewerber und Unternehmen jeden Tag ein bisschen leichter.

Wir sind Employour

„Nie wieder Kaffee kochen“ – mit diesem Satz hat die Entwicklung unseres ersten Portals meinpraktikum.de angefangen. Das ehemals kleine Studentenprojekt hat sich heute und mit inzwischen 5 Portalen als eines der größten Netzwerke für Nachwuchskräfte in Deutschland etabliert.

mehr erfahren...

Neues aus dem Employour Blog

Von Feierabendbieren und Apps, die keiner nutzt

Wahnsinn! Mit einem besonderen Schmankerl sind wir in die neue Woche gestartet: Laut kununu-Arbeitgeber-Check gehören wir zu den drei Startups mit den besten Bewertungen unserer Mitarbeiter. Das freut uns natürlich sehr, weshalb wir an dieser Stelle gerne einmal Danke sagen möchten. Aber von nichts kommt nichts, denn ein Großteil unserer Stimmung wird einfach auch täglich in den eigenen Reihen produziert. Wir fiebern nicht ohne Grund der nächsten großen Poolparty Anfang August entgegen und bald steht auch unser fünfjähriges Jubiläum an… Wer dazu mehr erfahren will, sollte hier einfach im August wieder reinschauen – oder bewirbt sich ganz schnell bei uns, um noch einen eigenen Platz in unserem Planschbecken zu ergattern ;-)


Eine Tour of Duty it is

Eine gute Arbeitsatmosphäre besteht aber nicht nur aus viele lustigen Erlebnissen im Büro, verquatschten Mittagspausen und einem Feierabendbier. Sie besticht vor allem durch das Bewusstsein, dass man trotz allem zusammen ist, um zusammen zu arbeiten. Klar, wir verbringen hier alle viel Zeit miteinander und dabei können durchaus Freundschaften entstehen – oder mehr...


Dennoch ist Blut dicker als Wasser und wir müssen LinkedIn-Gründer und Unternehmer Reid Hoffman Recht geben: Anders als Verwandtschaften halten Arbeitsverhältnisse kein Leben lang. Also sollten wir beides, Familie und Kollegium, auch nicht durcheinanderbringen – wenn man nicht gerade in einem Familienunternehmen arbeitet. Dies kann zu einer Erwartungshaltung führen, welcher weder Arbeitnehmer noch -geber bereit sein sollten beizugeben. Lässt man solche Phrasen fallen, kommt man der lang ersehnten Authentizität auch nochmal ein gutes Stück näher. Denken wir an dieser Stelle nochmals an die Rennbahnmetapher von neulich: Letztlich ist jeder im Betrieb alleine auf seiner persönlichen Karrierestrecke. Und die steht nun mal nicht zuhause im Garten.


Warum Mobile Recruiting nichts mit Jobapps zu tun haben sollte

Welche Apps haben Sie auf ihrem Smartphone und wie oft benutzen Sie diese? Wir haben bei uns ein bisschen nachgehakt und festgestellt: Es sind eigentlich immer dieselben. Ob Messenger-Dienst, Musikprogramm oder Fahrplanauskunft. Sie sind alle täglich im Gebrauch. Schließlich befriedigen sie auch Bedürfnisse des Alltags: Wir kommunizieren täglich mit Freunden, Kollegen und der Familie, hören unterwegs Musik oder am Bahnhof, während wir die nächstbeste Verbindung raussuchen.


Dann gibt es da natürlich noch eine Reihe von Apps, die wir mal installiert haben, aber seltener verwenden. Den Einkaufszettel fürs Handy zum Beispiel, weil wir doch fast täglich einfach „noch schnell in den Laden springen“ und dadurch den Monat über wieder nur spontane Einkäufe getätigt haben. Oder das Rätselspiel für die Bahn, für das wir aber keine Sterne mehr zum Spielen übrig haben und auch keine gegen Echtgeld kaufen möchten.


Achja, dann sind da ja auch noch die im Trend liegenden Datingapps, die inzwischen auch jeder kennt und von vielen genutzt werden. Nur hier im Büro scheinbar nicht so oft, was aber auch daran liegen könnte, dass hier vermehrt die Hochzeitsglocken klingeln… ;-)


Was man wahrscheinlich auf nur sehr wenigen Smartphones finden wird, sind Apps zu den Themen Jobsuche und Karriere. Deren Nutzer dürften im Grunde nur diejenigen sein, die an der Entwicklung beteiligt waren und getestet haben, ob die App funktioniert wie sie soll. Und danach vergessen haben, sie wieder zu entfernen. Letztlich brauchen sie die App ja auch nicht, wenn sie diese entwickelt haben, sie haben ja schon einen Job.


Apps sind Helfer für den täglichen Bedarf. Immer zur Stelle, wenn wir sie für die Dinge, die wir häufig machen, gebrauchen können. Eine Jobsuche, sind wir mal ehrlich, kann niemand wirklich gebrauchen. Sie ist lästig. Oft mühselig. Konfrontiert viele Leute mit Zukunftsfragen, über die sie oft nur ungern nachdenken. Oder löst Minderwertigkeitskomplexe aus, da man sich mal wieder unterqualifiziert fühlt beim Anblick des eigenen Lebenslaufs.


Warum sollten wir also eine App nutzen für eine Sache, von der wir froh sind, wenn wir sie schnellstmöglich abgeschlossen haben? Von unterwegs bewerben würden wir sowieso nur in den wenigsten Fällen. Warum also statt einer Karriereapp nicht einfach die eigene Karriereseite mobil optimieren? Die sind sowieso eine der ersten Anlaufstellen der meisten Berufseinsteiger, wenn es um die Wahl der ersten Anstellung geht. Und wie Stefan Scheller in seinem Beitrag zum Thema genau richtig beschreibt, bringt die schönste App nichts, wenn man am Ende doch wieder ein Onlineformular ausfüllen und eine Mail mit Anhang durch die Gegend jagen muss.


Sollten Sie also die Idee haben, eventuell zwischen einer neuen mobiloptimierten Karrierepage oder einer günstigeren App zu entscheiden, treffen Sie bitte die richtige Entscheidung und gehen mit der Zielgruppe. Und die werden Sie eher im Netz treffen als im Appstore ihres Vertrauens. 

Jan-Gerrit Meyer

197 Leser

Tschüss Mats Blog, hallo Employour Blog

Während sich das Internet gerade nicht so ganz einig wird, Ob jetzt die missratene Candidate Experience, Mobile Recruiting, die Technikverdrossenheit der HR-Szene oder diese Sachen mit den Schubladen Generation Y & Z ganz oben auf der Prioritätenliste steht, bauen wir um. Und das nach und nach so richtig, online wie offline.


Wer uns aufmerksam beobachtet, hat in den letzten Wochen auch schon einige Neuerungen von uns mitbekommen. So zum Beispiel den Start unseres neuen Portals Trainee.de und den Launch von Ausbildung Mobile. Allmählich wurde es dann aber auch Zeit für frischen Wind auf unserer eigenen Unternehmensseite.


Von 2011 an war es uns immer ein Anliegen, unsere Portale in den Vordergrund zu stellen. Man erreichte uns zunächst über unser Erstlingswerk meinpraktikum.de und später über Ausbildung.de, ohne überhaupt unsere Firmenhomepage besuchen zu müssen. Und seit 2013 berichten auf mats-blog.de über alles, was wir über Employer Branding und zielgruppengerechtes Personalmarketing zu erzählen haben. Doch inzwischen sind wir nicht mehr nur die Betreiber von Portalen für Schüler und Studenten, sondern unterhalten ein ganzes Netzwerk zu unserem Spezialgebiet, dem Berufseinstieg. Um dieses Netzwerk angemessen vorzustellen und um uns als eigene Marke zu zeigen, präsentieren wir uns jetzt mit unserer ganz neuen Seite Employour.de.


Hier können Sie uns kennenlernen, finden die wichtigsten Informationen zu unseren Portalen oder unsere eigenen offenen Stellenangebote – denn nach wie vor wachsen wir weiter und suchen Verstärkung, aktuell besonders in Vertrieb und Kundenbetreuung.


Und im Zuge dessen haben wir auch unserem Blog ein neues Gewand verpasst. Anstatt weiterhin Mats als Vertreter unserer Generation sprechen zu lassen, sind wir es im neuen Employour Blog selbst, die mit Ihnen neue Formen der Markenkommunikation entdecken und diskutieren. Schauen Sie sich um und erfahren Sie, was wir zu den Themen Employer Branding, Personalmarketing und Social Media zu erzählen haben. Egal ob vom Schreibtisch aus oder von unterwegs mit dem Smartphone – wir sind für Sie da und freuen uns über Ihren Besuch auf unseren Seiten!

Jan-Gerrit Meyer

272 Leser

Von Bedauern und Unterforderung

Während wir uns durch den Mix aus Unwetter- und Hitzewarnungen schwitzen, sind wir nach wie vor fleißig dabei, unser Netzwerk auszubauen. So begrüßen wir mit Studydrive einen neuen Kooperationspartner an unserer Seite, mit dem wir zukünftig unsere Arbeit im Hochschulbereich noch weiter verfeinern können. Wie das genau aussehen soll und wie Sie mit uns Ihre Zielgruppe an der Uni noch einfacher erreichen können, erfahren Sie schon in den nächsten Wochen.


Wir vermissen Sie jetzt schon

In eigentlich jedem Arbeitszeugnis stehen sie: Jene Floskeln und Begriffe, die zunächst unscheinbar wirken, auf jenem Abschlussdokument zu einer Anstellung jedoch eine eigene Geheimsprache bilden. Zurecht sind viele davon mit Vorsicht zu genießen. Aber klingt das Bedauern des Ausscheidens eines Mitarbeiters wirklich so abgedroschen, wie Jörg Buckmann neulich anmerkte?


„In der Wort-DNA von Bedauern steckt etwas Entschuldigendes. Das passt denkbar schlecht. Die allermeisten Arbeitsverhältnisse enden im besten Einvernehmen. Weil Mitarbeitende sich anderswo besser entwickeln können, Lust auf ein neues Arbeitsumfeld haben, weil nach Jahren der Zusammenarbeit die Inspiration fehlt. Das ist doch völlig normal und wunderbar, niemand muss sich dafür entschuldigen.“


Es stimmt schon, wir bedauern Fehler, sie tun uns leid. Aber tut uns etwas leid, sprechen wir in erster Linie auch nur von uns. Wir sprechen dann aus unserer Perspektive davon, dass wir eine bestimmte Sache schade finden – wie eben beispielsweise das Ausscheiden des einen Mitarbeiters. Wir bedauern es dann, dass er sich nicht mehr bei uns weiterentwickeln kann. Schade, dass Sie gehen, wir vermissen Sie jetzt schon. Aber wir lassen Sie weiterziehen. Im besten Einvernehmen.


Und wenn es kein Einvernehmen war? Dann bedauern wir vielleicht die Situation, aber sollten dann eine Entschuldigung, wenn sie fällig ist, auch genau als solche formulieren. Das ist nicht nur persönlicher, sondern auch ehrlicher. Und gerade bei Entschuldigungen ist die Wortwahl das Maß aller Dinge.


Warum der Weg das Ziel ist

Die neue Stelle wird sich letztlich auch wieder neu besetzen lassen. Hoffentlich schneller als in 28.8 Tagen, aber wenn es dann soweit ist, sollte man im Hinterkopf behalten, warum die Position für den vorherigen Mitarbeiter nicht mehr die richtige Stelle war. Hatte er das Gefühl, schon alles für ihn Erreichbare bei Ihnen erreicht zu haben? Fühlte er sich unterfordert? In so einem Fall sollte man sich überlegen, den Arbeitsbereich an die jeweilige Person anzupassen. Stichwort: Job Enrichment.


Ansonsten passiert es mit dem neuen Mitarbeiter am Ende noch wie mit dem alten: Die ersten Tage sind aufregend und man freut sich auf die neue Arbeit, aber sobald Routine eingekehrt ist, beginnt auch die Motivation wegzubrechen, wenn sie nicht gelegentlich neuen Antrieb erhält. Stellen Sie sich einfach ihre Mitarbeiter auf einer Laufstrecke vor: Am Anfang starten sie mit frischer Energie ins Rennen und je nach Ehrgeiz wollen sie schnell das Ziel erreichen. Doch was, wenn das Ziel schon erreicht ist, bevor sie überhaupt richtig losgelegt haben? Jahrelang dieselbe Strecke immer wieder zu laufen, kann auf Dauer sehr langweilig sein. Bauen Sie also die Strecke ruhig hin und wieder etwas aus oder sorgen Sie für Erfrischungen am Wegesrand. Das kostet vielleicht etwas Energie und Umsetzungswillen, aber lohnt sich am Ende mehr, als wenn ihre Mitarbeiter sich nach anderen Laufbahnen umsehen.

Jan-Gerrit Meyer

104 Leser

Job-Memory oder die Angst vor der Orientierungslosigkeit

Lassen Sie mich Ihnen etwas unterstellen: Es gab einen Moment in Ihrem Leben, in dem Sie gedacht haben, dass Erwachsensein eine ziemlich doofe Erfindung ist. Manche von uns haben es realisiert als sie zum ersten Mal in der eigenen Wohnung standen und keine saubere Kleidung fanden, weil sie sich nicht von alleine wäscht. Andere haben während eines Jahres im Ausland lernen müssen, dass man vom anderen Ende der Welt aus schwierig seinen Vater herbeizitieren kann, wenn es Zoff mit der Gastfamilie gibt. Die meisten sind aber spätestens bei Abgabe der ersten Steuererklärung soweit, dass sie sich zurück an den heimischen Küchentisch wünschen, der immer wie auf magische Weise gedeckt war und nichts mit Kapitaleinkünften und Freibeträgen zu tun hatte.


So weit, so normal – ein generationsübergreifendes Phänomen mit individuellen Ausprägungen. Für den größten Teil der Generation Y manifestiert sich das „Erwachsenwerden“ aber erst so richtig nach dem erfolgreichen Hochschulabschluss. Während Schule und auch Universität (vor allem durch die Modularisierung und klaren Vorgaben der Bachelor- und Masterstudiengänge) immer noch einen doppelten Boden im Sinne grober Richtlinien und Pflichtveranstaltungen vorgaben, müssen nun eigene Ziele gesteckt werden. „Freiheit!“ schreien Babyboomer und Generation X frei nach Joachim Gauck und  Reinhard Mey. „Hilfe!“ schreit der Großteil der Millennials.


Das Memory der Möglichkeiten

Wer nicht gerade auf einer sehr praxisnahen Fachhochschule oder auf ein Lehramt studiert hat, sieht sich plötzlich mit einem Memory-Spiel aus Möglichkeiten konfrontiert. Mit welchem Job bilde ich das perfekte Pärchen? Was verbirgt sich hinter Job-Bezeichnung XY? Soll ich etwas ganze Neues aufdecken oder lieber ein Kärtchen wählen, das ich schon gesehen habe?


Viel schlimmer noch als die Qual der Wahl ist dabei die Angst vor der Orientierungslosigkeit, die ihre Opfer zu post-studentischen Nervenbündeln werden lässt. Immerhin gibt es bei jedem Memory-Spiel immer denjenigen, der sich einfach alles merken kann und dann die besten Pärchen abräumt. Vielleicht ist also auch auf dem Jobmarkt schon alles weg, wenn man zu lange überlegt. Auf gut Deutsch stellt sich dem pflichtbewussten Gen Y-ler die Frage: Habe ich versagt, wenn ich selbst nach 10 Semestern nicht weiß, ob ich lieber Product oder Project Manager werden will?


Jede Uhr tickt anders

Als frischgebackener Absolvent hat man das Gefühl Mensch ärgere dich nicht in der Theorie gelernt zu haben und Memory in der Praxis vorgesetzt zu bekommen, selbst wenn man bereits das ein oder andere Praktikum hinter sich hat. „Benutzen Sie hier gar keine Würfel? Aber in meiner Vorlesung XY hat mein Dozent immer betont…“ Und nein, das hat (leider) nichts mit Kompetenz zu tun, dieses Phänomen betrifft Top-Performer genauso wie Langzeitstudenten. Es liegt einfach daran, dass nicht nur die Arbeitswelt als solche anders tickt als die Uhren der meisten Universitäten, sondern auch an der Vielzahl von Unternehmenskulturen und -ansprüchen. Auf unser triviales Beispiel bezogen: Auch Tier- und Auto-Memory funktionieren vom Grundprinzip gleich, man muss sich aber auf neue Bilder einstellen und sich andere Dinge merken.


Dass diese Flut an Möglichkeiten, Spezialisierungen und individuellen Angeboten ein Geschenk an unsere Generation ist, fällt vielen schwer zu begreifen. Das liegt vor allem daran, dass in Stellenanzeigen und von den Medien sehr hohe Anforderungen kommuniziert werden. Es braucht viel Arbeit auf Seiten des Bewerbers, um durchzusteigen, was mit der eigenen Qualifikation möglich ist – und dann noch ein kleines Stückchen mehr Arbeit, um sich erfolgreich zu präsentieren. Wenn dann noch ein angeknackstes Selbstvertrauen und selbst auferlegter Zeitdruck hinzukommen, wird auch der fähigste Bewerber irgendwann unsicher. Und gerade die selbstkritischen Menschen sind es, die in der Lage sind, sich weiterzuentwickeln.


Ist das Ihr Problem als Arbeitgeber? Irgendwie schon und irgendwie auch nicht. Natürlich setzen sich in so einer Arbeitswelt nur diejenigen durch, die bereits während des gesamten Studiums nebenbei gejobbt haben oder besonders stressresistent sind. Das zahlt sich in vielen Berufen aus – in anderen Bereichen braucht es aber nicht unbedingt solche Anti-Stress-Monster und Selbstverkäufer. Und genau in diesen Positionen sollten Stellenanzeigen und Bewerberkommunikation so klar und ehrlich wie möglich sein.


Muss man als Absolvent wirklich schon viel Erfahrung in Unternehmens-Memory mitbringen, so wie es in Ihrer Stellenanzeige steht?  Oder reicht Ihnen vielleicht auch jemand, der exzellent in Mensch ärgere dich nicht ist und bereit ist, schnell zu lernen und mitzudenken?


Bildquelle: Marijus Auruskevicius/iStock/Thinkstock

Lena Kuschke

110 Leser

Die Vereinbarkeit von Elternschaft und Nachwuchskraft

In der vergangenen Woche lief auf einsfestival die Wiederholung der Reportage „Papa trau dich! Väter zwischen Kind und Karriere“ von Dr. Rita Knobel-Ulrich. Ein wichtiges Thema, auch für die Generation Y. Grund genug mal genauer nachzuschauen, wie derzeit eins der Topkriterien der Generation Y in der Arbeitswelt ausgehandelt wird.

 

Work-Life-Balance = Vereinbarkeit von Beruf & Familie?

Schon 2007 hat das das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendfestgestellt, dass die Work-Life-Balance eines der heißesten Themen für junge Nachwuchskräfte ist. Zur Erinnerung: Im Rahmen einer Befragung von mehr als 3000 jungen Berufstätigen wurde ermittelt, dass für über 90 % der Arbeitnehmer die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mindestens ein genauso wichtiges Kriterium darstellt wie das Gehalt. Und selbst für kinderlose Berufstätige sehen 65 % ein ansprechendes Gehalt und die Möglichkeit eines individuell anpassbaren Verhältnisses von Beruf und Privatleben als mindestens gleichwertig an. Nun muss und kann man Work-Life-Balance aber nicht direkt mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gleichsetzen, wenngleich oft das eine mit dem anderen gemeint ist. Genügend Raum für die eigene Freizeitgestaltung, Reisen oder Zeit für andere Sozialkontakte soll schließlich auch gegeben sein. An erster Stelle steht jedoch immer die Familie, die nicht zu kurz kommen soll.


Die Angst vor dem Karriereknick

Das gilt für Frauen wie auch für Männer. Doch, und das hat besagte Reportage sehr eindringlich gezeigt, scheitern viele Betriebe noch daran, über veraltete Rollenbilder hinwegzusehen und Möglichkeiten für beide Geschlechter einzuräumen, sich eine Auszeit für das Kind zu nehmen. Während Frauen nämlich in der Regel die Elternzeit fast vollständig in Anspruch nehmen, sind es bei Männern in der Regel nur zwei „Vätermonate“ – wenn überhaupt. Berechtigte Ängste vor der Kündigung, weil man die kranke Tochter von der Arbeit abholt, oder die abfällige Fragen, wie man seine Kollegen im Stich lassen könne, sind da wohl noch keine Seltenheit. Der Hintergrund solcher Begebenheiten wird von den alten Geschlechterrollen genährt, die – überraschenderweise oft auch von Frauen selbst geäußert und vertreten – noch tief in den meisten Köpfen festsitzen.


Traurig, weil kurzsichtig! Wir wissen selbst schon sehr gut, wie es ist, wenn Kollegen fehlen, da sie sich für ihren Nachwuchs eine Auszeit von der Arbeit nehmen. Und wissen sehr gut, dass Work-Life-Balance nicht einfach nur „Wenig Arbeit, viel Freizeit“ bedeutet. Schließlich ist ein akuter Schlafmangel und ständige Wachsamkeit nicht weniger, sondern oft sogar weitaus anstrengender als der 9-to-5-Job, den man im Büro lässt, sobald der Feierabend ruft. Am Ende der Reportage sind sich die gezeigten Väter selbst am nächsten und gründen eigene Krabbelgruppen „for fathers only“, Beratungsstellen für werdende Väter oder werden Tagespapa – alles nach Verlust des vorherigen Jobs.


„Kommen Sie uns ruhig mal besuchen mit dem Wonneproppen“

Ja, es ist auch nicht weniger anstrengend für den Arbeitsbetrieb und die Kollegen, die entstehende Lücke im Kollegium auszufüllen. Doch was gibt es für Möglichkeiten, sich als Arbeitgeber mit werdenden Vätern und Müttern zu arrangieren? Flexible Arbeitszeiten, Home Office, eine Betriebskita, ein solides Rückkehrprogramm (quasi ein „re“boarding) – die Optionen sind vielfältig und bieten für beide Seiten Vorteile, aber ja, kosten auch Geld und etwas Energie in der Umsetzung. Doch sind es Investitionen für den Betrieb, die sich am Ende auszahlen, wenn bekannte Gesichter zurückkommen. Schließlich ist die Rückkehr zum Arbeitsplatz auch im Idealfall so etwas wie eine kleine Rückkehr zur Familie. Wir vermissen jedenfalls die Mütter, die bei uns momentan in Elternzeit sind und freuen uns schon darauf, wenn diese zum Jahresende hin wieder zu uns kommen. Hoffentlich mit einer Menge Babyfotos und Geschichten über das erste Geplapper.

Jan-Gerrit Meyer

184 Leser